Der Billigmodehändler Shein steuert auf einen Börsengang in Hongkong zu, der Wert des Unternehmens dürfte dabei aber deutlich unter früheren Erwartungen liegen. Schwächeres Wachstum und wegfallende Zollvorteile setzen dem Geschäftsmodell zu.
Shein will in Hongkong an die Börse gehen. Insidern zufolge dürfte das Unternehmen dabei aber nur noch mit rund 25 Milliarden Dollar bewertet werden, je nach Ausgabepreis auch bis zu 28 Milliarden. Zuletzt waren noch 30 bis 40 Milliarden im Gespräch gewesen. Bei einer Finanzierungsrunde 2022 hatte Shein sogar als 100 Milliarden Dollar wert gegolten. Die Zeichnungsfrist soll am 19. August beginnen, der erste Handelstag ist für den 28. August geplant.
Sheins Geschäftsmodell basiert auf sehr günstiger Mode, die direkt aus China verschickt wird, wovon der Konzern lange dank zoll- oder abgabenfreier Kleinsendungen profitierte. Diese Vorteile schwinden jedoch: Die USA haben die Zollfreiheit für Billigsendungen abgeschafft. Auch die EU geht schärfer gegen Direktimporte vor, wodurch Versand und Kosten steigen. Hinzu kommt nachlassendes Wachstum, worauf Investoren vor einem Börsengang besonders achten. Im ersten Quartal 2026 verzeichnete Shein laut einer Mitteilung an der Hongkonger Börse einen Verlust von 99 Millionen Dollar. Im Vorjahresquartal hatte das Unternehmen noch 395 Millionen Dollar Gewinn gemacht.




