Der Veranstalter brachte sein Format für digitale Rechtspraxis erstmals nach Klagenfurt. Anwälte und Notare diskutierten über intelligente Werkzeuge im Kanzleialltag.
Die Konferenzreihe AI & Legal Tech Day hat ihren Radius erweitert. Ende Februar machte die Veranstaltung von Future-Law erstmals Station in Klagenfurt. Bislang fand das Format an anderen österreichischen Standorten statt. Mit dem Schritt nach Kärnten erschließt die Organisatorin Sophie Martinetz ein neues Publikum im Süden des Landes. Martinetz, die das Programm moderierte, richtete sich besonders an Praktiker aus überschaubaren Strukturen. Gerade für Sozietäten mit begrenzten Ressourcen böten intelligente Anwendungen enorme Chancen. Wer sie klug einsetze, könne Abläufe beschleunigen, die Qualität seiner Arbeit steigern und völlig neue Angebote für Mandanten entwickeln.
Zur Eröffnung traten Vertreter aus Finanzwirtschaft und Standesorganisationen ans Mikrofon. Siegfried Huber von der Kärntner Sparkasse sprach ebenso wie Bernhard Fink, der die Rechtsanwaltskammer Kärnten führt, und Katharina Haiden-Fill aus dem Vorstand der Kärntner Notariatskammer. Ihre Präsenz signalisiert, dass das Thema in der Region angekommen ist. Den Auftakt des inhaltlichen Programms gestaltete Andreas Geyrecker von LexisNexis. Er zeigte, wie sich automatisierte Abläufe in bestehende Kanzleiprozesse einfügen lassen. Verlässlichkeit der Quellen und Transparenz der Ergebnisse standen im Mittelpunkt. Martina Sebastian von der Amiblu Holding widmete sich anschließend dem Vertragsmanagement. Sie schilderte typische Stolpersteine bei der Einführung entsprechender Systeme: unterschiedliche Arbeitsweisen zusammenführen, Altdaten übernehmen, Skepsis in der Belegschaft überwinden.
Eine Podiumsrunde beschloss den Tag. Dietmar Jahnel von der Universität Salzburg, Susanne Mortimore von LexisNexis und Birgitta Winkler von EQ Law Winkler tauschten sich über ethische Fragen aus. Wie viel Kontrolle sollen Menschen über maschinelle Entscheidungen behalten? Welche Qualitätsstandards müssen gelten? Welche rechtlichen Leitplanken existieren bereits? Die Diskussion zeigte, dass technologischer Fortschritt und gesellschaftliche Verantwortung zusammengedacht werden müssen. Ob Klagenfurt dauerhaft ins Programm aufgenommen wird, ließ Future-Law offen. Die Resonanz dürfte darüber entscheiden, ob der Süden Österreichs künftig regelmäßig auf der Tourneeliste steht.




