Militärische Spannungen im Nahen Osten belasten deutschen Leitindex. Lufthansa und TUI brechen zweistellig ein, Rüstungswerte Rheinmetall und Hensoldt profitieren. Ölpreis steigt zeitweise um über zwölf Prozent.
Der deutsche Aktienindex startete am Montag mit einem Verlust von 2,3 Prozent bei 24.705 Zählern in den Handel. Auslöser war die militärische Eskalation im Nahen Osten, die Befürchtungen eines Ölpreisschocks weckte. Thomas Altmann, Portfoliomanager bei QC Partners, beobachtet jedoch keine panikartige Reaktion: Angesichts der potenziellen Tragweite der Auseinandersetzung fielen die anfänglichen Kursverluste moderat aus. Die Marktreaktion signalisiere, dass Investoren mehrheitlich von einer zeitlich begrenzten militärischen Konfrontation ausgehen.
Bei den Einzelwerten verzeichneten Airlines und Reiseanbieter die stärksten Einbußen. Lufthansa-Papiere stürzten in der Spitze über elf Prozent ab, der Reiseveranstalter TUI verlor zeitweise knapp zehn Prozent. Auch Finanzwerte gerieten unter Druck: Deutsche-Bank-Aktien gaben rund vier Prozent nach und gehörten zu den größten DAX-Verlierern. Die Abschläge spiegeln die Sorge wider, dass eine Ausweitung des Konflikts Geschäftsreisen und Tourismus belasten sowie die wirtschaftliche Unsicherheit erhöhen könnte.
Profiteure der geopolitischen Spannungen fanden sich im Verteidigungssektor: Rheinmetall-Aktien verteuerten sich um bis zu sechs Prozent, Hensoldt kletterte mehr als acht Prozent. Der Ölpreis reagierte ebenfalls deutlich und zog zeitweise über zwölf Prozent an. Die Entwicklung zeigt das klassische Muster geopolitischer Krisen: Defensive Sektoren und Rohstoffe gewinnen, zyklische Branchen und risikobehaftete Assets verlieren. Ob die Erholung rasch einsetzt, hängt von der weiteren Entwicklung im Nahen Osten ab.




