Cyberkriminelle haben Sicherheitslücken in der Sharepoint-Infrastruktur des Bundes ausgenutzt und Zugangsdaten von 200 Konten erbeutet, der externe Zugriff bleibt bis auf Weiteres gesperrt.
Das Bundesamt für Informatik und Telekommunikation (BIT) bemerkte den Einbruch am 28. Juli und reagierte mit einer sofortigen Abschottung der betroffenen Systeme vom Internet. Als wahrscheinlichen Angriffsweg identifiziert das BIT Sicherheitslücken in der Sharepoint-Plattform, die Microsoft selbst erst Mitte Juli publik gemacht hatte. Die Aktualisierung der Systeme war zum Zeitpunkt des Angriffs noch nicht abgeschlossen. Die Login-Daten aller kompromittierten Accounts, darunter sowohl persönliche als auch maschinelle Zugänge, wurden umgehend invalidiert und neu vergeben.
Gemeinsam mit dem Bundesamt für Cybersicherheit und Microsoft arbeitet das BIT an der forensischen Aufklärung. Die attackierten Systeme werden derzeit vollständig neu installiert. Einen Abfluss von Informationen über die erbeuteten Zugangsdaten hinaus konnte bislang nicht festgestellt werden. Entlastend wirkt zudem eine Grundregel der Bundesverwaltung: Auf den betroffenen Systemen dürfen grundsätzlich keine als vertraulich eingestuften Dokumente oder sensible personenbezogene Daten abgelegt werden.
Solange die Wiederherstellung andauert, können Personen außerhalb der Verwaltung nicht auf die Sharepoint-Umgebung zugreifen. Für Bundesangestellte bleibt der interne Dokumentenzugang bestehen. Wer den Angriff verübt hat, ist weiterhin offen.




