Das Londoner Startup Wordsmith sammelt 14 Millionen Dollar ein und wächst explosiv: ein Signal für einen Markt, der bis 2034 auf über 40 Milliarden Dollar anschwellen soll.
Wordsmith hat sich auf eine Lücke spezialisiert, die viele Großunternehmen teuer zu stehen kommt: die Abhängigkeit von externen Anwälten für Routineaufgaben. Die Plattform automatisiert juristische Arbeit direkt in den Rechtsabteilungen der Konzerne, zu den über 500 Nutzern zählen BT, Revolut, Canva und die Financial Times. Großkunden berichten von Einsparungen im siebenstelligen Bereich. Die von Intact Private Capital angeführte Finanzierungsrunde bringt das Gesamtkapital auf 114 Millionen Dollar, neu an Bord ist FT Ventures.
Wordsmith ist kein Einzelfall: Analysten taxieren den Legal-Tech-KI-Markt 2026 auf gut fünf Milliarden Dollar, bis 2034 soll er sich mit knapp 30 Prozent Jahreswachstum verachtfachen. Entsprechend drängen Wettbewerber nach, vom britischen Prozesskostenoptimierer Aavalynx über den indischen Compliance-Spezialisten NYAI bis zum Y-Combinator-Schützling Vector Legal, der Software und Rechtsberatung für Finanzinvestoren bündelt. Parallel schmieden Etablierte neue Allianzen: LexisNexis eröffnete in New York ein Innovationslabor mit OpenAI und Luminance, die Münchner Kanzlei Maiwald setzt für Patentverfahren auf den KI-Anbieter Solve Intelligence.
Die Kehrseite des Booms wird allerdings sichtbar: Laut einer iManage-Erhebung experimentieren 85 Prozent der Beratungshäuser mit KI, mehr als ein Drittel davon hat dabei jedoch bereits ungewollte Datenabflüsse oder Regelverstöße erlebt. Fachleute mahnen deshalb, Zugriffsbeschränkungen für vertrauliche Mandate einzubauen und zu verhindern, dass sensible Eingaben in das Training der Sprachmodelle einfließen.




