Der Wirtschaftsprüfer zieht 2028 aus dem Finanzviertel in einen Wolkenkratzer neben den Fox Studios und vergrößert dabei seine Fläche deutlich. Der Wegzug legt die tiefe Bürokrise im Zentrum von Los Angeles offen.
Über zwei Jahrzehnte prägte PwC das Bild von Downtown Los Angeles, das Firmenlogo thront bis heute auf einem 52-stöckigen Turm an der Figueroa Street. Doch 2028 läuft der dortige Mietvertrag aus, und die Gesellschaft hat sich für einen Wechsel entschieden. Künftiger Standort ist das markante Gebäude 2121 Avenue of the Stars in Century City, bekannt aus dem Film Die Hard als fiktives Nakatomi Plaza und einst Alterssitz-Büro von Ronald Reagan. Die Belegschaft erfuhr am Montag von dem Schritt. Für Office Managing Partner Andy Sofield geht es um Wachstum und bessere Erreichbarkeit, zudem kehre man in ein Viertel zurück, in dem PwC schon vor mehr als zwanzig Jahren ansässig war.
Hinter dem Wechsel steht die wachsende regionale Belegschaft. Nach Angaben einer mit dem Vorgang vertrauten Person unterzeichnete PwC einen auf 15 Jahre angelegten Vertrag im Wert von rund 200 Millionen Dollar für 150.000 Quadratfuß. Das bisherige Büro an der South Figueroa Street misst mit 114.000 Quadratfuß spürbar weniger. Vermieter am neuen Standort ist die Irvine Co., deren Office-Sparte die vertiefte Zusammenarbeit begrüßt. Century City zählt inzwischen zu den gefragtesten Bürolagen der Region, die Flächen sind zu über 90 Prozent vermietet, die Mieten die höchsten der Stadt.
Der Abschied reiht sich in eine Serie prominenter Abgänge ein. Deloitte und KPMG haben ihre Flächen im Finanzviertel bereits verkleinert oder aufgegeben, Wedbush Securities zog nach Pasadena. Seit der Pandemie kehrten Tausende Büroangestellte nicht zurück, viele Läden und Restaurants bleiben geschlossen. Der Leerstand im Finanzdistrikt kletterte auf fast 40 Prozent, die Quote für Downtown insgesamt stieg von 14 Prozent im Jahr 2019 auf 34 Prozent. Nick Griffin von der DTLA Alliance bedauert den Weggang und nimmt die Stadtpolitik in die Pflicht, mahnt aber zugleich, ein einzelner Abgang wiege die Dynamik aus wachsender Wohnbevölkerung und Tourismus nicht auf.




