Eine Indeed-Auswertung zeigt: Der Umgang mit KI wandert aus den Tech-Abteilungen in klassische Bürojobs und schlägt sich dort direkt in den Stellenbezeichnungen nieder.
Im ersten Quartal 2026 tauchten auf dem deutschen Arbeitsmarkt 288 frische Stellenbezeichnungen auf, bei denen der Einsatz von KI ausdrücklich den Kern der Aufgabe bildet. Damit belegt die Bundesrepublik europaweit den Spitzenplatz vor Großbritannien mit 160 und Frankreich mit 138 solcher Titel, während die Niederlande und Spanien mit 84 beziehungsweise 81 folgen. In absoluten Zahlen bleiben die USA mit 822 Bezeichnungen führend. Hierzulande entfallen 4,2 Prozent sämtlicher ausgeschriebener Berufsbezeichnungen auf diese Kategorie.
Bemerkenswert ist die Verlagerung: Fast sechs von zehn dieser Rollen entstehen außerhalb der Technologiebranche. Firmen suchen mittlerweile Sachbearbeiter für Digitalisierung mit KI-Schwerpunkt, HR AI & Automation Manager oder Verantwortliche für KI-gestützte Vertriebsabläufe. Auch Kundenbetreuung, juristische Beratung zu regulatorischen Fragen, Marketing und Weiterbildung führen den KI-Bezug inzwischen offen im Titel.
Für Virginia Sondergeld, Arbeitsmarkt-Ökonomin bei Indeed, verschiebt sich damit das Anforderungsprofil quer durch die Branchen. Nicht mehr allein Entwickler und Data Scientists erlebten eine Neudefinition ihrer Tätigkeit, sondern ebenso Verwaltung, Personalwesen und Vertrieb. Ein solides Grundverständnis für KI-Anwendungen avanciere zum Standard. Gefordert sei jedoch mehr als sicheres Bedienen verbreiteter Werkzeuge: Beschäftigte müssten Automatisierungspotenziale eigenständig erkennen und ausbauen können. Grundlage der Analyse waren Indeed-Anzeigen aus sechs Ländern zwischen Q1 2022 und Q1 2026.




