Hogan Lovells berät bei Sanity-Deal

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February 24, 2026
24.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Kanadischer Cannabis-Riese Organigram greift nach der Berliner Sanity Group. Hogan Lovells steht dem Käufer bei der Transaktion zur Seite.

Zwei Kontinente, ein Markt

Der globale Cannabismarkt sortiert sich neu. Mit der Übernahme der Sanity Group durch Organigram Global Inc. entsteht ein Unternehmen, das sowohl in Nordamerika als auch in Europa zu den führenden Akteuren zählt. Für den börsennotierten kanadischen Konzern öffnet sich durch den Deal der Zugang zu einem der am stärksten wachsenden regulierten Märkte weltweit. Die Sanity Group ging 2018 an den Start und hat sich seither als einer der wichtigsten deutschen Akteure im Cannabisgeschäft etabliert. Das Unternehmen bedient mehrere Geschäftsfelder gleichzeitig: medizinisches Cannabis, pharmazeutische Forschung, digitale Gesundheitsanwendungen und Konsumprodukte gehören zum Portfolio. Eigene Marken und eine klare Wachstumsstrategie für europäische Nachbarländer machen die Gruppe zu einem attraktiven Übernahmeziel.

Vielschichtige Finanzierungsstruktur

Die Kaufpreiszahlung erfolgt über mehrere Komponenten. Neben Barmitteln erhält die Verkäuferseite Aktien von Organigram. Zusätzlich wurde eine erfolgsabhängige Vergütung vereinbart, die an künftige Geschäftsentwicklungen geknüpft ist. Finanziert wird die Transaktion aus vorhandener Liquidität, einer neu arrangierten Kreditlinie sowie einer Kapitalbeteiligung der British American Tobacco Group. Der Vollzug steht unter dem Vorbehalt behördlicher Freigaben, darunter eine Prüfung durch das Bundeswirtschaftsministerium im Rahmen der Kontrolle ausländischer Direktinvestitionen. Das Münchner Team von Hogan Lovells um Partner Nikolas Zirngibl und Senior Associate Dominik Lang kennt die beteiligten Akteure aus früheren Mandaten. Bereits 2022 begleitete die Kanzlei ein Investment der British American Tobacco Group in die Sanity Group. Zwei Jahre später folgte die Beratung von Organigram bei einer Beteiligung an dem Berliner Unternehmen. Die aktuelle Vollübernahme knüpft an diese Transaktionshistorie an.

Konsolidierung als Branchentrend

Der Deal illustriert eine Entwicklung, die den Cannabissektor zunehmend prägt. Internationale Konzerne mit Produktionskapazitäten suchen nach Vertriebszugängen in regulierten Märkten. Europäische Unternehmen mit etablierten Strukturen und Lizenzen werden zu begehrten Übernahmezielen. Die Verbindung von kanadischem Know-how mit europäischer Marktpräsenz könnte als Blaupause für weitere Zusammenschlüsse dienen.