Deloitte deckt auf: Mitarbeiter finanzieren KI im Alleingang

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September 16, 2026
18.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Eine Deloitte-Studie zeigt: Britische Beschäftigte greifen so schnell zu KI, dass sie fast eine Milliarde Pfund jährlich aus eigener Tasche aufbringen, oft ohne Wissen ihrer Arbeitgeber.

Die Belegschaft prescht vor

Eine bemerkenswerte Diskrepanz prägt derzeit die britische Arbeitswelt: Nicht die Unternehmen treiben die KI-Einführung voran, sondern ihre Mitarbeitenden. Wie die erstmals durchgeführte GenAI Workforce Survey von Deloitte offenlegt, für die Ipsos gut 25.000 Erwerbstätige befragt hat, hat rund ein Sechstel bereits privat Geld in ein berufliches KI-Tool gesteckt. Hochgerechnet summiert sich das auf annähernd eine Milliarde Pfund pro Jahr, umgerechnet etwa 1,4 Milliarden Dollar. Zwei von drei Befragten haben Programme wie ChatGPT, Claude, Google Gemini oder Microsoft Copilot zumindest ausprobiert, fast jeder Vierte arbeitet täglich damit. Die Technik verbreitet sich damit schneller, als die Arbeitgeber passende Angebote nachliefern.

Ein Heer inoffizieller Nutzer

Aus dieser Kluft erwächst eine stille Parallelpraxis. Knapp ein Drittel setzt generative KI ein, ohne dass die Vorgesetzten eingeweiht sind, und gut jeder Sechste trägt die Kosten für mindestens ein Werkzeug selbst. Hayley McKelvey, als Chief AI Officer bei Deloitte UK für das Thema verantwortlich, liest daraus eine klare Botschaft: Wer die Technik braucht, wartet nicht auf grünes Licht von oben, sondern behilft sich mit Gratisversionen oder zückt schlicht die eigene Kreditkarte für die Bezahlvariante.

Potenzial bleibt liegen

So rasant der Einzug verläuft, so flach fällt bislang die Anwendungstiefe aus. Im Vordergrund stehen Recherche, das Aufsetzen von E-Mails und das Verdichten von Texten, was pro Woche im Mittel gut 70 Minuten freispielt. Deloitte-Partner Paul Lee bewertet das mit Zurückhaltung: Zwar gehöre generative KI längst zum Arbeitsalltag, doch verharre ihr Einsatz bei vielen auf einer einfachen Stufe, statt anspruchsvollere Aufgaben zu tragen. Den eigentlichen Vorsprung sichern sich seiner Einschätzung nach die Organisationen, die es nicht bei der Bereitstellung belassen, sondern klare Leitplanken setzen und ihren Teams einen konkreten Zweck vorgeben.

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