Kanada bestellt bis zu zwölf U-Boote beim Kieler Marineschiffbauer TKMS. Das Volumen dürfte sich allein für die Boote auf rund 20 Milliarden Euro belaufen und ist das größte Beschaffungsvorhaben in der kanadischen Geschichte.
Kanada erhält U-Boote des Typs 212CD, den Deutschland und Norwegen gemeinsam entwickelt haben. Die Buchstaben stehen für Common Design, also ein baugleiches Modell, das Kosten senkt und die Zusammenarbeit erleichtert. Mit Kanada schließt sich nun ein dritter großer Partner an. Premierminister Mark Carney kündigte den Auftrag in Halifax an, kurz vor seiner Abreise zum Nato-Gipfel in Ankara. Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete das Vorhaben als strategisches Projekt, das die drei Länder auf Jahrzehnte verbinde.
TKMS hat angeboten, U-Boote aus den deutschen und norwegischen Aufträgen umzuwidmen, sodass die ersten vier Boote bereits bis 2034 geliefert werden könnten. Die Produktion soll vollständig in Deutschland stattfinden, sowohl am Stammsitz in Kiel als auch in der Werft in Wismar, wo bis zu 1.500 neue Arbeitsplätze entstehen sollen. Kanada verfügt aktuell über vier ältere U-Boote, von denen nur eines einsatzbereit ist. Die neuen Boote sind speziell für den Einsatz in der Arktis und unter Eis ausgelegt.
Kanada bezieht bisher rund 80 Prozent seiner Militärgüter aus den USA. Das Verhältnis ist seit Beginn der zweiten Amtszeit von Präsident Donald Trump stark belastet. Die Entscheidung für TKMS fiel zulasten des südkoreanischen Anbieters Hanwha Ocean, der in einer ersten Stellungnahme erklärte, die Barriere des Nato-Bündnisses nicht überwunden zu haben. TKMS rechnet mit einer wirtschaftlichen Gesamtaktivität in Kanada von über 100 Milliarden Euro über die Projektlaufzeit.




