Für den 2026 Private Equity Value Creation Index hat FTI Consulting weltweit 555 Entscheider aus Private Equity Gesellschaften in 14 Ländern befragt, 36 Prozent davon aus der Region Europa, Naher Osten und Afrika. Keine andere der neun untersuchten Wertsteigerungsmaßnahmen hat sich im Jahresvergleich so stark verschoben wie M&A, vor einem Jahr stand der Hebel noch auf dem letzten Platz, jetzt auf dem ersten. 24 Prozent der Befragten nennen Übernahmen inzwischen als wichtigsten Werttreiber, nach nur 7 Prozent im Vorjahr, während die 2025 noch führende Kostenoptimierung auf Platz vier zurückfällt. Der Report führt die Rückkehr von M&A unter anderem auf stabilere Kapitalkosten zurück, die Transaktionen wieder kalkulierbarer machen. Mehr als die Hälfte der Befragten, 51 Prozent, berichtet zudem, dass ihre Übernahmen die gesteckten wirtschaftlichen Ziele sogar übertroffen haben.
Trotz dieser positiven Bilanz beschreiben 65 Prozent die Umsetzung ihrer Deals, von der Anbahnung bis zur Integration, nicht als effizient. Kein anderer Hebel schneidet so schlecht ab, während Lieferkettenmanagement bei 61 Prozent und Kostenoptimierung bei 60 Prozent als effizient umgesetzt gelten, sind es bei M&A nur 35 Prozent. Als wiederkehrende Probleme nennen die Befragten die Komplexität der Integration, Bewertungsdifferenzen sowie kulturelle Konflikte, zudem dauert es bei Übernahmen am längsten, bis sich Ergebnisse zeigen. Nur ein Viertel stellt bereits nach zwölf Monaten einen messbaren Wertbeitrag fest. Andreas Stöcklin, Senior Managing Director bei FTI Consulting in Kontinentaleuropa, ordnet ein: „Die Renditeerwartungen liegen heute insgesamt häufig unter dem Niveau früherer Marktphasen. Wertschöpfung muss heute deutlich aktiver gestaltet werden.“ Er verweist zudem auf den wachsenden Private Equity Sekundärmarkt, der zunehmend von den Fondsmanagern selbst geprägt wird, etwa durch Continuation Funds.
Wie groß der Abstand zwischen den Fonds ist, zeigt die Gruppe der sogenannten High Performer, deren Beteiligungsunternehmen die gesteckten Ziele im Schnitt übertroffen haben, sie berichten fast doppelt so oft von einer effizienten Umsetzung wie der Rest, 46 zu 29 Prozent. Am häufigsten übertreffen Transaktionen im Einzelhandel und in der Versicherungsbranche die gesetzten Ziele mit jeweils 63 Prozent, gefolgt von Life Sciences mit 60 Prozent, am unteren Ende stehen Telekommunikation und Konsumgüterhersteller mit jeweils 42 Prozent. Besonders deutlich klaffen Aktivität und Erfolg im Gesundheitswesen auseinander, dort berichten 77 Prozent von reger Übernahmetätigkeit, doch nur 44 Prozent erreichen ihre Ziele und nur 32 Prozent setzen die Übernahmen effizient um. Stöcklin resümiert: „Ob ein Deal die erwarteten Erträge bringt oder übertrifft, entscheidet sich in der Umsetzung. Die PE Häuser, die ihre Ziele am häufigsten übertreffen, bauen Übernahmen als eigene Kernkompetenz auf.“




