ASIC nimmt Beschwerdesysteme der Big Four unter die Lupe

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July 10, 2026
10.07.2026
2 Minuten Lesezeit

Die australische Finanzaufsicht ASIC hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass sie die Bearbeitung von Beschwerden bei den vier großen Beratungshäusern KPMG, Deloitte, EY und PwC systematisch untersuchen wird. Auslöser sind die jüngsten Enthüllungen bei KPMG, wo drei Partner unter Verdacht stehen, vertrauliche Kundendaten zur Auftragsakquise missbraucht zu haben.

Der Fokus der Überprüfung

Im Zentrum der Untersuchung stehen die internen Verfahren, mit denen die Häuser Hinweise auf Fehlverhalten bearbeiten. Besonders im Blick der Behörde sind Meldungen von Whistleblowern sowie Beschwerden, die sich auf externe Prüfungsleistungen beziehen. Auch der Umgang mit Vorwürfen zu missbräuchlichem Umgang oder unerlaubter Weitergabe vertraulicher Informationen soll erfasst werden. 

Ermittlungen bei KPMG laufen weiter

Parallel zur breiten Überprüfung setzt die ASIC ihre gezielten Ermittlungen bei KPMG fort. Sarah Court, an der Spitze der Behörde, betonte, man werde die derzeit begrenzten Handlungsspielräume ausschöpfen und sich zugleich konstruktiv an den Reformarbeiten der Regierung beteiligen. Bereits im Juni hatte die Aufsicht ein formelles Verfahren gegen drei namentlich benannte Partner eröffnet.

Vorgeschichte im Parlament

Ihren Anfang nahm der Skandal im März, als die Labor-Senatorin Deborah O'Neill vor dem Parlament die Vorwürfe eines Hinweisgebers öffentlich machte. Diesem zufolge sollen bei KPMG vertrauliche Board-Unterlagen von Lendlease genutzt worden sein, um Prüfungsmandate bei Westpac und Dexus zu gewinnen. KPMG hatte zunächst intern ermittelt, ohne Fehlverhalten festzustellen. Ende Mai räumte das Haus dann jedoch Versäumnisse ein und Andrew Yates trat als CEO und Chef der Prüfungssparte zurück.

Reformdruck aus Canberra

Bereits Anfang Juli hatte die Regierung angekündigt, eine mögliche Aufspaltung der Big Four zu prüfen und die Häuser der Aufsicht durch den Wertpapierregulierer zu unterstellen. Nach einer Serie von Skandalen wächst der politische Druck, die Branche strukturell neu aufzustellen.

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