Neue Whistleblower-Unterlagen belasten den Ex-Chef des Australian Tax Office Chris Jordan mit Vorwürfen der Steuervermeidung aus seiner Zeit als KPMG-Partner.
Über ein Jahrzehnt führte Chris Jordan die australische Finanzverwaltung ATO. Nun zeichnen Dokumente eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses ein neues Bild seiner früheren Jahre bei KPMG. Ein zweiter Whistleblower wirft ihm in einem Schreiben von 2021 vor, während seiner Zeit im Unternehmen kaum Einkommensteuer gezahlt zu haben. Die Vorwürfe sind unbelegt, KPMG und Jordan äußern sich nicht dazu, wobei Jordan sie früheren Angaben zufolge bereits zurückgewiesen hat.
Kern der Vorwürfe ist ein Geschäft aus dem Jahr 1998: Jordan und sein damaliger Kollege Wayne Jones sollen mit TSB Lloyds und Rothschild Australia eine Strukturierungsgebühr von je 1,2 Millionen Dollar ausgehandelt und diese als Privateinkommen behandelt haben, statt sie an KPMG abzuführen. Das Geld soll auf einem Konto auf der Isle of Man geparkt worden sein, um es dem australischen Fiskus zu entziehen. Zusätzlich ist von Steuersparmodellen wie Copper Doctor und Gold Doctor die Rede, mit denen steuerliche Verluste von Bergbauunternehmen gehandelt worden sein sollen.
Ein späteres Schreiben von 2023 erhöht die Summe angeblich geheimer Provisionen auf 2,4 Millionen Dollar und verweist auf mögliche Beweisvernichtung in einem ATO-Verfahren. KPMG zahlte dem Whistleblower später über 500.000 Dollar zur Deckung von Rechtskosten. Ex-CEO Andrew Yates begründete die fehlende Aufklärung damit, dass die Vorgänge zu weit zurücklägen, um sie noch belegen zu können.




