Eine Umfrage von KPMG und dem Ost-Ausschuss zeigt wachsenden Optimismus deutscher Unternehmen für Mittel- und Osteuropa. Die Ukraine rückt trotz des Krieges als Investitionsziel auf Platz zwei vor.
Der Blick nach Osten fällt positiv aus. Fast zwei Drittel der befragten Unternehmen prognostizieren, dass Mittel- und Osteuropa in den nächsten fünf Jahren stärker zu ihrem Gesamtumsatz beitragen wird. Bereits für das laufende Geschäftsjahr rechnet knapp jedes dritte Unternehmen mit steigenden Umsatzanteilen aus der Region. Diese Ergebnisse liefert der German CEE-Business Outlook 2026, für den 115 Firmen zwischen November 2025 und Januar 2026 befragt wurden.
Die Rolle der Region verändert sich grundlegend. Was einst primär als kostengünstiger Produktionsstandort galt, entwickelt sich zum integrierten Wirtschaftsraum mit eigener Kaufkraft. Rund 155 Millionen Menschen leben dort, das erwartete Wirtschaftswachstum liegt bei durchschnittlich drei Prozent. Die zunehmende Verflechtung mit dem europäischen Binnenmarkt beschleunigt diese Transformation.
Die Investitionsbereitschaft bleibt robust. 41 Prozent der Teilnehmer planen innerhalb eines Jahres Kapital in der Region einzusetzen. Über einen Fünfjahreszeitraum steigt dieser Anteil auf 55 Prozent. Knapp ein Drittel rechnet mit Summen jenseits der Fünf-Millionen-Grenze. Mehr als die Hälfte will zusätzliche Stellen schaffen.
Polen behauptet seine Spitzenposition als bevorzugtes Zielland. Dahinter folgt überraschend die Ukraine, noch vor Rumänien und Tschechien. 48 Prozent der Befragten ziehen Investitionen dort in Betracht, fast ein Fünftel auch bei andauerndem Krieg. Michael Harms vom Ost-Ausschuss interpretiert dies als Bekenntnis zur langfristigen europäischen Integration des Landes.
Die Zuversicht kennt Grenzen. Sechs von zehn Befragten nennen politische Unsicherheiten und Sicherheitsbedenken als größte Hürden. Korruption und bürokratische Hemmnisse belasten ebenfalls. Zugleich wächst die Konkurrenz durch chinesische Firmen, die verstärkt in der Region aktiv werden. Andreas Glunz von KPMG betont jedoch, dass deutsche Unternehmen die Risiken dort für berechenbarer halten als anderswo.




