Der Konflikt im Nahen Osten hinterlässt tiefe Spuren in der globalen Luxusbranche. In Dubai brechen Umsätze um bis zu 50 Prozent ein, Goldpreise belasten die Margen zusätzlich.
Der Iran-Krieg hat die Konsumnachfrage in den wichtigsten Luxusmärkten des Nahen Ostens deutlich abgekühlt. In der Mall of the Emirates in Dubai verzeichneten Luxusmarken im März Umsatzrückgänge von 30 bis 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Besucherverkehr in der Dubai Mall brach um rund die Hälfte ein. Selbst in Abu Dhabi, wo der Konsum weniger stark vom Tourismus abhängt, lagen die Umsätze im Schnitt zehn Prozent unter Vorjahresniveau. Betroffen sind internationale Konzerne wie LVMH mit Marken wie Louis Vuitton und Dior, Kering mit Gucci sowie Cartier, Chanel und Rolex. Beim weltgrößten Luxuskonzern LVMH brach die Nachfrage nach einzelnen Marken in der Region im März um bis zu 70 Prozent ein.
Auch die Genfer Luxusmanufaktur Chopard spürt den Gegenwind. Co-Chef Karl-Friedrich Scheufele rechnet für 2026 mit einem Rückgang von 15 bis 20 Prozent im Nahen Osten. Verschärft wird die Lage durch den massiven Anstieg der Goldpreise, die Einkaufskosten stiegen im vergangenen Jahr um rund 70 Prozent. LVMH-Finanzchefin Cecile Cabanis zeigte sich dennoch zuversichtlich: Das Vermögen der wohlhabenden Kundschaft sei nicht verschwunden, sondern werde verstärkt anderswo ausgegeben. Bernstein-Analysten warnen jedoch, dass Folgeeffekte wie steigende Öl- und Reisekosten, Inflation oder eine mögliche Börsenkorrrektur die Konsumlaune auch außerhalb der Golfregion belasten könnten. Portfoliomanager Christopher Rossbach von J Stern & Co hält eine Verschiebung der erhofften Branchenerholung ins zweite Halbjahr oder auf 2027 für wahrscheinlich.




