Meta wehrt sich gegen Milliardenforderung

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February 27, 2026
27.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Die US-Steuerbehörde verlangt fast 16 Milliarden Dollar Nachzahlung vom Facebook-Konzern. Der Streit könnte das Offshore-Steuerspiel der Tech-Giganten grundlegend verändern.

Wenn Erfolg zum Problem wird

Technologiekonzerne träumten vor 15 Jahren von globalem Wachstum. Facebook, heute Meta, baute damals eine Struktur auf, die Gewinne aus dem Auslandsgeschäft über Irland in Jurisdiktionen mit minimaler Steuerbelastung leitete. Die sogenannte Double-Irish-Methode war unter Silicon-Valley-Größen weit verbreitet. Der Haken: Die damaligen Bewertungen der übertragenen Vermögenswerte basierten auf Annahmen über künftige Erträge. Und diese Annahmen erwiesen sich als viel zu konservativ. Bei der Übertragung von Markenrechten, Lizenzen und Kundenbeziehungen an die irische Einheit setzte Meta einen Wert von etwa sechs Milliarden Dollar an. Diese Zahl sollte widerspiegeln, was die Technologie auf internationalen Märkten erwirtschaften würde. Die Realität sah anders aus. Nach Berechnungen der Steuerbehörde blieben rund 54 Milliarden Dollar an Einkünften steuerlich unberücksichtigt. Jahrelang akzeptierten Finanzbehörden weltweit die Bewertungsmodelle der Konzerne weitgehend. Komplexe Prognosen, abgesegnet von renommierten Beratern, galten als schwer angreifbar. Der IRS versucht nun einen anderen Ansatz: Statt Vorhersagen aus der Vergangenheit zu analysieren, blickt er auf die tatsächlich erzielten Resultate. Ein internes Memorandum aus der Biden-Ära wies Prüfer an, genau diese Methode anzuwenden.

Konzern beruft sich auf Rechtskraft

Meta sieht die Sache anders und klagte im Dezember vor dem Steuergericht. Die Argumentation: Ein Richter habe bereits im Vorjahr über den Sachverhalt entschieden. Zwar stellte das Gericht damals eine Unterbewertung fest, aber in deutlich geringerem Umfang als vom IRS behauptet. Der Konzern pocht darauf, dass die Behörde nicht zweimal mit demselben Anliegen vor Gericht ziehen darf. Steuerexperten beobachten das Verfahren mit Spannung. Analyst Stephen Curtis beziffert das potenzielle Risiko für Unternehmen mit vergleichbaren Konstruktionen auf mehrere hundert Milliarden Dollar. Gewinnt die Behörde, könnten ähnliche Forderungen gegen andere Technologieriesen folgen. Die Zeiten, in denen einmalige Bewertungen für Jahrzehnte Bestand hatten, wären dann vorbei. Der IRS wagt den Konflikt in einem schwierigen Moment. Die Belegschaft der Behörde ist um mehr als ein Viertel geschrumpft. Einen milliardenschweren Rechtsstreit gegen eines der finanzstärksten Unternehmen der Welt zu führen, erfordert erhebliche Ressourcen. Der Ausgang wird zeigen, ob die neue Strategie Zukunft hat.