Das Frankfurter HealthTech-Unternehmen schließt Seed-Runde unter Führung von Capricorn Partners und SwissHealth Ventures ab. Die hybride Betreuungsplattform ist mit über 20 Krankenkassen etabliert, darunter die KKH.
Das Frankfurter HealthTech-Unternehmen Oska Health hat eine Finanzierungsrunde über 11 Millionen Euro abgeschlossen. Angeführt von Capricorn Partners und SwissHealth Ventures, adressiert das Start-up die Versorgungslücke bei chronisch Kranken. In der aktuellen Seed-Runde haben sich neben den Lead-Investoren Capricorn Partners und SwissHealth Ventures auch Revent, Calm Storm, BMH, LBBW Venture Capital, GoHub Ventures und Aurum Impact beteiligt. Mit dem frischen Kapital plant Oska Health, die technologische Infrastruktur auszubauen und das Versorgungsmodell, das bereits mit über 20 Krankenkassen, darunter die KKH, etabliert wurde, in die Breite zu bringen. Der Fokus des 2022 gegründeten Unternehmens liegt auf multimorbiden Patienten – Menschen, die gleichzeitig an mehreren chronischen Leiden wie Nierenerkrankungen, Diabetes und Bluthochdruck leiden.
Ein Kernproblem in diesem Bereich ist die mangelnde Therapietreue im Alltag. Statistiken des Gesundheitswesens belegen, dass etwa 50 Prozent der chronisch Kranken ihre Medikamente nicht vorschriftsmäßig einnehmen. Oska Health setzt hier auf eine hybride Betreuung: Ein digitaler Begleiter (App) wird durch persönliches Coaching via Video und Chat ergänzt. Ziel dieses Ansatzes ist die Reduktion von vermeidbaren Komplikationen und teuren Krankenhausaufenthalten. Für die Kostenträger stellt dies ein mathematisches Optimierungsproblem dar: Übersteigen die Kosten für die digitale Betreuung die Einsparungen durch verhinderte Akutereignisse? Oska Health scheint hier erste überzeugende Daten geliefert zu haben, wie die Beteiligung des Venture-Arms der Schweizer CSS Versicherung signalisiert.
Ein wesentliches Merkmal von Oska Health ist der Founder-Market-Fit. Die Gründer kommen nicht aus der klassischen Software-Entwicklung, sondern bringen tiefgreifende Branchenerfahrung aus dem Gesundheitssektor mit. Niklas Best (CEO) war zuvor über zehn Jahre in der Branche tätig, unter anderem als Director of Digital Products bei Fresenius Medical Care. Dr. Malte Waldeck (CFO/COO), promovierter Wirtschaftswissenschaftler der RWTH Aachen, sammelte Erfahrungen im Investmentbanking bei Metzler sowie in Führungspositionen bei DaVita Kidney Care und der D.med Healthcare Group. Claudia Ehmke (CPO) verantwortet mit langjähriger Erfahrung in der Tech-Szene, unter anderem bei der Design-Agentur ustwo in London, die Nutzerschnittstelle und Produktstrategie. Die Finanzierung zeigt einen deutlichen Trend im HealthTech-Investment: Kapital fließt verstärkt in Modelle, die nicht nur eine digitale Lösung bieten, sondern eine nachweisbare Integration in die Abrechnungsstrukturen des Gesundheitssystems vorweisen können.




