Minijob-Reform könnte Studierende hart treffen

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July 29, 2026
29.07.2026
2 Minuten Lesezeit

Eine Rentenreform könnte den Sonderstatus von Minijobs abschaffen und damit vor allem Studierende ohne Werkstudentenprivileg hart treffen. Beschlossen ist noch nichts, doch der Zeitplan der Bundesregierung steht bereits.

33 Empfehlungen, eine harte Konsequenz für Studierende

Die Alterssicherungskommission der Bundesregierung hat einen Katalog von 33 Empfehlungen für eine Rentenreform vorgelegt. Die härteste davon für Studierende betrifft den Wegfall des Minijob-Sonderstatus. Minijobs sollen demnach komplett in die Rentenversicherung einbezogen werden, der Rentenbeitrag würde damit zur Pflicht, Ausnahmen sind bislang nur für Schüler:innen vorgesehen, Studierende kommen im Vorschlag nicht vor. Beschlossen ist bislang nichts, laut Zeitplan der Bundesregierung kommt das Gesetz frühestens Ende 2026, umgesetzt würde es nicht vor 2027. Hinzu käme mehr Bürokratie für Arbeitgeber, da jeder Minijob künftig einzeln bei der Krankenkasse gemeldet werden müsste statt pauschal über die Minijob-Zentrale. Arbeitsrechtlerin Isabel Hexel warnt, das könnte kleine Betriebe davon abschrecken, überhaupt noch Studierende einzustellen.

Nicht alle Gruppen gleich betroffen

Nicht jede Gruppe wäre gleich stark betroffen: Werkstudierende zahlen schon heute den vollen Rentenbeitrag, für sie ändert sich laut IAB-Ökonom Enzo Weber im Kern nur, dass die ohnehin fällige Zahlung zur Pflicht wird und die Befreiungsoption entfällt. Deutlich enger wird es dagegen für Studierende im Urlaubssemester, in dualen Studiengängen oder während der Promotion. Sie erfüllen die Voraussetzungen für das Werkstudentenprivileg schon heute nicht und würden bei einem Wegfall des Minijob-Sonderstatus voll sozialversicherungspflichtig, mit spürbar weniger Netto. Kritik kommt vom Deutschen Studierendenwerk und der Studierendenvertretung fzs, die eine widersprüchliche Politik bemängeln, da einerseits mehr studentische Erwerbstätigkeit gefordert, andererseits deren Rahmenbedingungen verschlechtert werden, während die BAföG-Reform stockt. Auch der Hotel- und Gaststättenverband Dehoga kämpft für den Erhalt der Minijobs als flexibles Beschäftigungsmodell.

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