SpaceX übernimmt xAI mitsamt Grok und dem sozialen Netzwerk X. Die Vision von Musk reicht bis zu den Sternen.
Der reichste Mensch der Welt ordnet sein Firmengeflecht neu. SpaceX übernimmt ab sofort xAI, den Entwickler des Chatbots Grok. Teil des Pakets ist auch die Plattform X, ehemals Twitter. Musk spricht von der ambitioniertesten vertikal integrierten Innovationsmaschine, die je existiert habe. Raketen, Satelliteninternet, Direktverbindungen zu Mobiltelefonen und ein soziales Netzwerk operieren künftig unter einheitlicher Führung.
Die Transaktion folgt einer finanziellen Logik. Der Erwerb von Twitter verschlang Milliarden, der Aufbau von Grok frisst laufend Kapital. Unter dem Dach der profitablen Raumfahrtsparte relativieren sich diese Belastungen erheblich. Ein Börsengang von SpaceX steht bevor, und visionäre Ankündigungen dürften die Bewertung beflügeln. Die Schulden von xAI verschwinden elegant in einer größeren Bilanz.
Musk argumentiert mit den physikalischen Grenzen des KI-Booms. Der Strombedarf moderner Rechenzentren übersteige bald die Kapazitäten terrestrischer Infrastruktur. Konflikte mit Umweltschutz und Siedlungsgebieten seien programmiert. Seine Antwort auf dieses Dilemma: Sonnenenergie direkt im Weltraum ernten, wo keine Wolken stören und keine Nacht hereinbricht. Grok soll künftig auf Satelliten laufen, eine Million Stück zum Auftakt.
Aktuell erreichen jährlich etwa 3.000 Tonnen Nutzlast den Orbit, überwiegend Starlink-Satelliten von SpaceX selbst. Für orbitale Rechenzentren im geplanten Ausmaß reicht das nicht ansatzweise. Hier kommt Starship ins Spiel. Die Riesenrakete soll noch dieses Jahr den Betrieb aufnehmen. Spätere Versionen werden laut Musk 200 Tonnen pro Flug befördern. Bei stündlichen Starts summiert sich das auf Millionen Tonnen jährlich.
Die Rechnung des Unternehmers klingt bestechend: Satellitenmassen im Megatonnenbereich fügen pro Jahr 100 Gigawatt KI-Rechenleistung hinzu, ohne laufende Kosten für Betrieb oder Wartung. Langfristig peilt er ein Terawatt an. Diese Kapazitäten sollen jenseits des Erdorbits zum Einsatz kommen. Mondbasen, Marskolonien und die Expansion ins Universum finanzieren sich nach dieser Vorstellung quasi selbst.
Den Angestellten der fusionierten Unternehmen präsentierte Musk ihre neue Aufgabe in gewohnt kosmischem Duktus. Es gehe darum, das Universum zu verstehen und das Licht des Bewusstseins zu den Sternen zu tragen. Die Kapitalmärkte dürften zunächst pragmatischer reagieren und vor allem auf die Synergien zwischen den Geschäftsbereichen schauen.




