Die Deutsche Börse Group vereinbart den Erwerb von Allfunds zu 8,80 Euro je Aktie und bewertet das Unternehmen mit rund 5,3 Mrd. Euro. Der Deal kombiniert Baranteil und Aktienkomponente und soll das Angebot in Fondsdienstleistungen deutlich verbreitern.
Die vereinbarten Bedingungen sehen 8,80 Euro je Allfunds Aktie vor, aufgeteilt in 6,00 Euro in bar, 2,60 Euro in Deutsche Börse Group Aktien sowie eine zulässige Bardividende von bis zu 0,20 Euro je Aktie für das Geschäftsjahr 2025. Für die Aktienkomponente sind 0,0122 neue Deutsche Börse Group Aktien je Allfunds Aktie vorgesehen, berechnet auf Basis eines volumengewichteten Durchschnittskurses von 213,40 Euro über zehn Handelstage bis zum 26. November 2025. Die Gegenleistung entspricht einer Bewertung von rund 5,3 Mrd. Euro und enthält laut Mitteilung eine Prämie von 32,5 Prozent auf den Schlusskurs sowie 40,3 Prozent auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten drei Monate bis zum 26. November 2025. Der Vollzug soll über ein gerichtlich zu genehmigendes Scheme of Arrangement nach Part 26 des UK Companies Act 2006 erfolgen und benötigt unter anderem eine Kopfmehrheit sowie 75 Prozent der Stimmen der vertretenen Scheme Aktionäre. Vorbehaltlich der behördlichen Genehmigungen wird ein Abschluss in der ersten Jahreshälfte 2027 erwartet.
Strategisch zielt die Deutsche Börse Group auf eine breitere Plattform für Fondsdienstleistungen, die Handel, Abwicklung und Verwahrung näher zusammenführt. In der Mitteilung wird betont, dass Allfunds und Clearstream Fund Services sich in Produkten, Kundenstamm, Partnern und Kernmärkten ergänzen und damit ein integriertes Angebot unterstützen. Dr. Stephan Leithner ordnet die Akquisition als nächsten Schritt der Strategie „Leading the Transformation“ und als Ausbau kritischer Finanzmarkt Infrastruktur ein. Auf der Verkäuferseite verweist Annabel Spring auf die Rolle von Allfunds als globalen Vertriebs sowie Handelsplattform mit Distributoren und Fondspartnern in 66 Ländern sowie auf Innovation von alternativen Anlagen bis hin zu Blockchain. Als Referenzgröße nennt Allfunds ein verwaltetes Vermögen von 1,7 Billionen Euro zum 30. September 2025.
Finanziell erwartet die Deutsche Börse Group jährliche Kostensynergien vor Steuern auf Volljahresbasis von rund 60 Mio. Euro, zusätzlich etwa 30 Mio. Euro an Einsparungen bei Investitionsausgaben. Die Synergien sollen vor allem aus einem gemeinsamen Betriebsmodell für Kerndienstleistungen sowie aus einer optimierten Regulierungs- und IT-Struktur und schlankeren zentralen Funktionen kommen. Bis Ende 2028 sollen etwa 50 Prozent der erwarteten Effekte erreicht sein. Im ersten vollen Jahr nach dem Vollzug wird bei vollständiger Wirkung ein Plus beim Cash Ergebnis je Aktie im hohen einstelligen Prozentbereich erwartet. Für die Barzahlung sind laut Mitteilung vollständig zugesagte Finanzierungsmittel vorhanden, und das langfristige AA-Rating auf Gruppenebene soll bestehen bleiben. Flankierend will die Deutsche Börse Group das angekündigte Aktienrückkaufprogramm im Februar 2026 starten und bis Ende Juli 2026 Aktien im Wert von bis zu 500 Mio. Euro zurückkaufen.




