Hoher Leistungsdruck, knappe Zeit und finanzielle Sorgen belasten viele Studierende dauerhaft. Eine aktuelle Befragung in Deutschland und Österreich zeigt: Mehr als die Hälfte bewertet die eigene seelische Verfassung als weniger gut oder schlecht. Damit erreicht die Belastung einen neuen Höchststand und wirkt bis in Lernfähigkeit, Motivation und Zukunftsplanung hinein.
Für die Erhebung wurden im Herbst 2025 rund 6.000 Studierende befragt. Das Ergebnis: Zwei Drittel fühlt sich stark beansprucht und die Selbsteinschätzung der Lebensqualität fällt schlechter aus als im Vorjahr. Zwar berichten einige von einem leicht geringeren Druckgefühl als früher, doch das Niveau bleibt hoch. Wer dauerhaft über dem eigenen Limit arbeitet, rutscht leichter in Erschöpfung, Konzentrationsprobleme und Rückzug - genau jene Muster, die sich in vielen Rückmeldungen spiegeln.
Als Haupttreiber nennen viele hohen Arbeitsaufwand, Prüfungsdruck, psychische Belastungen und finanzielle Sorgen. Besonders herausfordernd ist die Vereinbarkeit von Nebenverdienst und Studium: Wenn Arbeit notwendig ist, fehlen oft feste Erholungsfenster. Zusätzlich belasten äußere Krisenlagen die Stimmung. Viele berichten, dass Preissteigerungen und geopolitische Unsicherheit die eigene Stabilität beeinträchtigen; ein Teil der Befragten hat Zukunftspläne deshalb zumindest teilweise aufgegeben. Auffällig sind zudem Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Weibliche Studierende berichten häufiger von stärkerer Belastung und nehmen gesellschaftliche Konflikte intensiver wahr.
Die Bereitschaft, fachliche Unterstützung zu nutzen, ist groß. Gleichzeitig bleibt der Schritt dorthin für viele schwer: Kosten, knappe Angebote und Zeitmangel gelten als zentrale Hürden. Hinzu kommt eine Lücke zwischen Wissen und Handeln: Viele halten körperliche und seelische Gesundheit für gleich wichtig, nehmen sich im Alltag aber kaum gezielt Zeit für Entlastung. Fachleute fordern deshalb verlässlichere Strukturen an Hochschulen und im Gesundheitssystem, damit aus der hohen Bereitschaft zur Hilfe auch tatsächliche Inanspruchnahme wird.




