Pinterest opfert Jobs für KI

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February 2, 2026
02.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Die Bilderplattform meldet einen Stellenabbau von bis zu 750 Mitarbeitern bei der US-Börsenaufsicht an und will im Gegenzug massiv in künstliche Intelligenz investieren.

Sparen und investieren zugleich

Ein Fünfzehntel der Belegschaft muss gehen, damit das Unternehmen wachsen kann. So lässt sich die Botschaft zusammenfassen, die Pinterest in einer Mitteilung an die SEC formuliert hat. Der Betreiber der Online-Pinnwand für Bilder und Grafiken plant einen tiefgreifenden Umbau. Rund 750 der etwa 5000 Vollzeitkräfte werden bis Ende September 2026 ihre Arbeitsplätze verlieren. Die Kosten für diese Maßnahme beziffert das Unternehmen auf 35 bis 45 Millionen Dollar.

Künstliche Intelligenz als Kompass

Der Restrukturierungsplan nennt drei Transformationsinitiativen, von denen zwei unmittelbar auf maschinelles Lernen abzielen. Erstens will Pinterest interne Kapazitäten so umverteilen, dass KI-Technologien schneller zum Einsatz kommen. Zweitens sollen Produkte und Funktionen mit KI-Bezug künftig bevorzugt entwickelt werden. Was genau darunter zu verstehen ist, bleibt offen. Die Mitteilung an die Aufsichtsbehörde enthält keine konkreten Projektbeschreibungen.

Entlassen und einstellen im Wechsel

Der Stellenabbau ist nur eine Seite der Medaille. Unternehmenssprecherin Tessa Chen erklärte gegenüber dem Technikportal The Verge, dass Pinterest parallel neue Fachkräfte mit KI-Expertise suchen werde. Die kurzfristigen Kürzungen sollen langfristig durch gezielte Rekrutierung ausgeglichen werden. Dieses Muster findet sich derzeit bei zahlreichen Technologiekonzernen. Amazon verkündete jüngst den Abbau von 16.000 Positionen und hatte ähnliche Schritte zuvor mit Effizienzgewinnen durch Automatisierung begründet.

Gratwanderung zwischen Innovation und Nutzerfrust

Während Pinterest intern auf KI setzt, wächst bei den Nutzern der Unmut über maschinell erzeugte Inhalte. Die Plattform reagierte im Oktober mit Einstellungen, die mehr Kontrolle über den eigenen Feed ermöglichen. Gleichzeitig führte sie neue KI-Werkzeuge ein, darunter eine Collagefunktion und einen virtuellen Shopping-Berater. Ein vollständiges Ausblenden automatisch generierter Beiträge ist technisch nicht vorgesehen.