Nahost-Konflikt trifft Südostasiens PE-Markt

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April 30, 2026
30.04.2026
3 Minuten Lesezeit

Die gedrosselten Öllieferungen durch die Straße von Hormuz treffen Südostasiens importabhängige Volkswirtschaften hart. Private-Equity-Investoren in der Region managen kurzfristige Kostendrücke und positionieren sich gleichzeitig für strukturelle Chancen in Energie und Erneuerbare.

Ölabhängigkeit als strukturelle Schwachstelle

Südostasien importiert den Großteil seines Rohöls aus dem Nahen Osten: Die Philippinen deckten 2024 rund 95 Prozent ihres Rohölimports aus der Region, Malaysia 68,6 Prozent, Thailand 59,7 Prozent und Singapur 52,3 Prozent. Nahezu 90 Prozent des durch die Straße von Hormuz transportierten Rohöls gehen laut Nomura nach Asien, ein Viertel davon entfällt auf Südostasien. Jason Cheng, CEO und Managing Partner von Kerogen Capital, zieht Parallelen zur Stagflation der 1970er-Jahre: Energie sei das einzige Segment, das in solchen Phasen im Plus bleibe, während steigende Energiekosten Chemie, Logistik und letztlich die Konsumgüterpreise nach oben trieben.

PE-Investoren steuern kurzfristige Risiken aktiv

Private-Equity-Firmen mit Industriebezug in der Region reagieren mit Klauseln zur Weitergabe höherer Kosten in Kundenverträgen und Energieabsicherung über erneuerbare Energien. PrimeMovers Equity, Investor in den philippinischen Industrieplattformen Excel Marco und Engtek, hat alle sechs Fabriken mit Solaranlagen ausgestattet. Dennoch warnt Co-Gründer Soo Jin Goh, dass der Ölpreisanstieg langfristig spürbar werde. Omar Mahmoud, Managing Director bei Creador, berichtet, dass Portfoliounternehmen Preiserhöhungen bislang hinauszögern, um die Kundenbindung nicht zu gefährden. Nick Bloy von Navis Capital Partners mahnt zur Vorsicht: In Ländern mit geringen finanziellen Puffern wie den Philippinen müssten Investoren Risiken deutlich strenger bewerten.

Energiewende und Versorgungssicherheit als langfristige Investitionsthese

Der Nahost-Konflikt beschleunigt strukturelle Verschiebungen in den regionalen Energiestrategien. Singapur hat kürzlich ein Kooperationsabkommen mit der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) unterzeichnet; Indonesien, die Philippinen, Vietnam und Malaysia haben Kernenergiepläne angekündigt oder Machbarkeitsstudien gestartet. Im Erneuerbare-Bereich sieht Brookfield-Managing-Director Stefano Ghezzi den größten Hebel außerhalb der bereits liberalisierten philippinischen Märkte. Joost Bergsma, Global Head of Clean Energy bei Nuveen, beobachtet wachsendes Interesse von Pensionsfonds und Versicherern, sobald belastbare Ergebnisse und Kapitalbedarfe eine kritische Größe erreichen. ShawKwei & Partners hat über die Plattform Liberty Energy mit 15.000 Mitarbeitern bereits eine starke Stellung im Energieservicegeschäft in der Region und im Nahen Osten aufgebaut.

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