Eine Analyse des Londoner Rathauses zeigt, wie stark Künstliche Intelligenz den Arbeitsmarkt der britischen Hauptstadt verändern könnte.
In London könnten rund eine Million Arbeitsplätze stark von Künstlicher Intelligenz betroffen sein. Das entspricht etwa 20 % der Beschäftigung in der Stadt. Bürgermeister Sadiq Khan warnt vor erheblichen wirtschaftlichen Folgen und fordert Maßnahmen, um Beschäftigte besser auf den technologischen Wandel vorzubereiten. Vor allem Bereiche, die lange als Stärke des Londoner Arbeitsmarktes galten, stehen unter Druck. Im Verwaltungssektor gelten mehr als 300.000 Stellen als besonders gefährdet. Auch Finanzdienstleistungen sind stark betroffen, da viele standardisierte Prozesse automatisiert werden können. Selbst der Technologiesektor bleibt nicht unberührt. Rund 748.000 Positionen in IT und Datenanalyse könnten sich durch KI grundlegend verändern.
Gleichzeitig eröffnet der Einsatz von KI erhebliche Effizienzpotenziale. Unternehmen berichten bereits von deutlichen Produktivitätssteigerungen durch KI-gestützte Anwendungen. Tools wie Microsoft Copilot oder spezialisierte interne KI-Systeme beschleunigen Routineaufgaben und verändern Arbeitsabläufe in wissensintensiven Berufen. Auch die Beratungsbranche reagiert auf den Wandel. Unternehmen wie EY richten ihre Geschäftsmodelle stärker auf KI-Integration aus und setzen zunehmend auf spezialisierte technische Profile. Klassische Einstiegsrollen könnten dadurch an Bedeutung verlieren, während der Bedarf an KI-Kompetenz und Prozessverständnis steigt.
Zusätzlich verschärfen neue regulatorische Anforderungen die Lage. Der EU AI Act stuft KI-Anwendungen im Personalwesen ab August 2026 als hochriskant ein. Unternehmen müssen deshalb sicherstellen, dass ihre Systeme transparent, kontrollierbar und rechtssicher eingesetzt werden. Für London wird entscheidend sein, KI nicht nur als Automatisierungstechnologie, sondern als strategischen Umbau des Arbeitsmarktes zu verstehen. Der Bedarf an menschlicher Kontrolle, technischer Bewertung und qualifizierter Steuerung dürfte steigen. Unternehmen und Politik stehen damit vor der Aufgabe, Produktivitätsgewinne mit Weiterbildung und Beschäftigungssicherung zu verbinden.




