Putin enteignet Metro Russland

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September 29, 2026
30.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Ein Dekret des russischen Präsidenten überträgt das Russland-Geschäft der Metro AG an die neu gegründete UK Torg RUS. Die Metro Russland Zwangsverwaltung kostet den Handelskonzern damit die operative Kontrolle über 91 Großhandelsgeschäfte und rund 9.000 Beschäftigte.

Zwangsverwaltung trifft Metro

Der russische Markt steht für 2,14 Milliarden Euro Umsatz in den ersten neun Monaten des Jahres und damit für fast 8,7 Prozent des Gesamtumsatzes. Russland ist zugleich das dynamischste Segment des Konzerns: Der Umsatz wuchs um mehr als zehn Prozent und trug damit rund ein Drittel zum gesamten Wachstum bei. Metro war 2001 in den russischen Markt eingetreten und hatte nach Beginn des Angriffskriegs im Februar 2022 entschieden, das Geschäft vor Ort fortzuführen. Das Unternehmen begründete dies damals mit der Verantwortung für die Mitarbeiter und Kunden sowie mit der Bedeutung des Geschäfts für das Gesamtportfolio. Gegenüber dem ARD-Studio Moskau bestätigte Metro die Vorgänge und erklärte, in Russland die Verfügungsgewalt über das Tagesgeschäft eingebüßt zu haben. Die formalen Eigentumsrechte am russischen Geschäft liegen nun beim russischen Geschäftsführer der dortigen Metro-Tochter.

Enteignung ohne Entschädigung droht

Die Übertragung erfolgte als sogenannte temporäre Verwaltung, könnte aber auf eine staatliche Enteignung ohne Entschädigung hinauslaufen. Die UK Torg RUS wurde russischen Medien zufolge erst Anfang September in Moskau gegründet. Metro prüft derzeit die weiteren Auswirkungen des Dekrets. Der Schritt reiht sich in eine Serie vergleichbarer Entscheidungen ein: Bereits zuvor hatte der Kreml die Russland-Geschäfte von Nestlé, Auchan, FM Logistic und Aptar unter russische Verwaltung gestellt. Der Kreml begründet dies damit, dass Unternehmen betroffen seien, die aus Ländern stammten, welche als unfreundlich eingestuft würden und deren Regierungen durch Militärhilfe für Kiew in den Krieg verwickelt seien. Diese Hilfe werde von Kiew für Angriffe auf die zivil-wirtschaftliche Infrastruktur Russlands genutzt, so Kremlsprecher Dmitri Peskow.

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