Bis Ende November soll EY-Parthenon ein unabhängiges Lagebild des Solarkonzerns Photon Energy liefern, das über den weiteren Kurs gegenüber den Investoren mitentscheiden dürfte.
Wie belastbar ist das Geschäftsmodell von Photon Energy wirklich? Diese Frage soll ein Independent Business Review (IBR) beantworten, den der Konzern nun in Auftrag gegeben hat. Die Berater nehmen die Zahlungsfähigkeit ebenso unter die Lupe wie den Mittelzufluss aus dem laufenden Geschäft, die operativen Perspektiven und denkbare strategische Weichenstellungen. Planannahmen der Unternehmensführung werden dabei nicht einfach übernommen, sondern einem eigenen Plausibilitätscheck unterzogen. Die Ergebnisse sollen spätestens am 30. November 2026 auf dem Tisch liegen.
Bevor die Entscheidung fiel, ließ Photon Energy fünf Beratungsgesellschaften gegeneinander antreten. Bewertet wurden die Bewerber unter anderem nach ihrer Neutralität, ihrer Erfahrung in Sanierungsfällen, ihrem Verständnis des Energiemarkts sowie nach Zeitrahmen und Honorar. Den Zuschlag erhielt laut Konzern nicht der preiswerteste Kandidat, sondern das Haus mit dem stimmigsten Gesamtprofil. EY-Parthenon versichert, frei von Interessenkonflikten zu sein und keiner einzelnen Partei verpflichtet zu arbeiten.
Besondere Aufmerksamkeit dürfte die Grüne Anleihe 2021/2027 erhalten. Das Gutachten soll als Fundament dienen, um Sanierungsoptionen zu bewerten und die bereits laufenden Verhandlungen mit Bondholdern und weiteren Beteiligten zu unterfüttern. An den Konditionen des Papiers ändert der Review allein allerdings nichts. Sollten Fälligkeit, Rückzahlung oder Kupon angepasst werden, bräuchte es dafür ein gesondertes Votum der Investoren im Rahmen einer Gläubigerversammlung nach dem deutschen Schuldverschreibungsgesetz.




