Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft und der Münchner Technologieanbieter bündeln ihre Kräfte. Gemeinsam wollen sie KYC-Prozesse durch automatisierte Datenbeschaffung revolutionieren.
Wer in einer Compliance-Abteilung arbeitet, kennt das Dilemma. Bevor überhaupt eine Risikoeinschätzung stattfinden kann, müssen Berge von Informationen zusammengetragen werden. Handelsregisterauszüge, Gesellschafterstrukturen, wirtschaftlich Berechtigte, Sanktionslisten. Die Recherche verschlingt Zeit, die eigentliche Analyse kommt zu kurz. Genau diesen Engpass wollen PwC Deutschland und der Technologieanbieter Legalian nun gemeinsam beseitigen. Die Kooperation verbindet unterschiedliche Stärken. Legalian hat eine Plattform entwickelt, die weltweit auf offizielle Quellen zugreift und relevante Informationen in Echtzeit bereitstellt. PwC bringt jahrzehntelange Erfahrung in regulatorischen Fragen mit. Gemeinsam wollen die Partner definieren, welche Prüfungen automatisiert ablaufen können und wo menschliches Urteilsvermögen unverzichtbar bleibt.
Der Ansatz folgt einer klaren Logik. Wenn die Datenbasis stimmt und alle Parameter im grünen Bereich liegen, soll der Prozess vollständig maschinell durchlaufen. Standardfälle blockieren dann keine Kapazitäten mehr. Die Bearbeitungszeit sinkt, die Kosten pro Vorgang fallen. Für Unternehmen mit hohem Transaktionsvolumen verspricht das erhebliche Einsparungen. Der eigentliche Mehrwert entsteht anderswo. Fachleute, die bislang mit Datensammlung und Routineprüfungen beschäftigt waren, gewinnen Freiraum für anspruchsvolle Sachverhalte. Verschachtelte Beteiligungsstrukturen, auffällige Zahlungsströme oder Verbindungen zu politisch exponierten Personen verlangen Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Genau dafür steht künftig mehr Kapazität zur Verfügung.
Lars-Heiko Kruse, Partner bei PwC Deutschland, beschreibt die Zusammenarbeit als intelligente Verbindung von Technologie und Fachexpertise. Wirksame Geldwäscheprävention hänge entscheidend von der Qualität der zugrundeliegenden Informationen ab. Die manuelle Beschaffung sei der größte Bremsklotz. Die neue Lösung schaffe den nötigen Spielraum, um sich auf echte Risiken zu konzentrieren.
Maximilian Reinhard, Gründer und Geschäftsführer von Legalian, betrachtet Know-Your-Customer-Anforderungen primär als Datenproblem. Seine Plattform löse dieses durch globalen Zugriff auf Primärquellen. Auf dieser soliden Grundlage ließen sich Massenprüfungen zuverlässig automatisieren. Compliance-Teams müssten dann nicht mehr Informationen jagen, sondern könnten ihre Expertise dort einsetzen, wo sie wirklich zähle.
Die Initiative richtet sich an Unternehmen, die ihre Geldwäschepräventionsprozesse modernisieren wollen. Die Kombination aus Legalians Software zur Informationsbeschaffung und PwCs Beratungskompetenz soll einen durchgängigen Ablauf ermöglichen, der sowohl schnell als auch rechtssicher funktioniert.




