Deloitte ordnet ESG-Ratings ein

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February 26, 2026
27.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft beleuchtet, warum Nachhaltigkeitsbewertungen für Unternehmen strategisch wichtig sind und welche Ratings für welche Zielgruppe Sinn ergeben.

Vom Nebenschauplatz zum Geschäftsfaktor

Lange galten Nachhaltigkeitsbewertungen als nettes Beiwerk für den Geschäftsbericht. Diese Zeiten sind vorbei. Heute entscheiden ESG-Scores mit darüber, zu welchen Konditionen Unternehmen Kredite erhalten, ob institutionelle Anleger investieren und ob der Zuschlag für einen lukrativen Liefervertrag kommt. Roberto Micelli, bei Deloitte Schweiz für Sustainability Services verantwortlich, formuliert es deutlich: Diese Bewertungen seien zu einem wichtigen Resilienzfaktor geworden, der Kapitalzugang, Aktienkursentwicklung und Kundenbeziehungen beeinflusse. Wer gut abschneidet, spart bares Geld. Untersuchungen von MSCI zeigen, dass Unternehmen mit überdurchschnittlichen Nachhaltigkeitsnoten sowohl am Aktien- als auch am Anleihenmarkt von günstigeren Finanzierungsbedingungen profitieren. Eine Erhebung von Deloitte selbst kam zu dem Ergebnis, dass Firmen mit hoher Transparenz in diesen Fragen mehr Vertrauen genießen, Preisaufschläge durchsetzen können und länger laufende Verträge abschließen.

Vielfalt verwirrt

Die Angebotspalette ist breit. MSCI, CDP, EcoVadis, Sustainalytics und zahlreiche weitere Agenturen buhlen um Aufmerksamkeit. Jede arbeitet mit eigenen Kriterien und richtet sich an unterschiedliche Adressaten. Manche vergleichen Unternehmen mit Branchenwettbewerbern, andere messen an festen Schwellenwerten. Einige stützen sich auf veröffentlichte Informationen, andere verlangen umfangreiche Dokumentationen und Fragebögen. Deloitte empfiehlt, vor der Auswahl innezuhalten. Wem soll das Rating dienen? Geht es darum, Kapitalmarktakteure zu überzeugen? Steht eine Ausschreibung an, die ein bestimmtes Zertifikat voraussetzt? Oder soll die öffentliche Wahrnehmung durch kritische Beobachter verbessert werden? Die Antwort bestimmt, welche Bewertung Priorität verdient. Micelli betont: Man müsse die methodischen Unterschiede verstehen, um Ergebnisse richtig zu deuten und Verbesserungen dort anzusetzen, wo sie wirklich zählen.

Ressourcen klug einsetzen

Nicht jede Bewertung verdient denselben Aufwand. Deloitte rät davon ab, sämtlichen Anbietern gleichzeitig hinterherzulaufen. Sinnvoller sei es, sich auf jene Ratings zu konzentrieren, die für das eigene Geschäftsmodell und die relevanten Interessengruppen tatsächlich Bedeutung haben. So lassen sich Nachhaltigkeitsaktivitäten mit der übergeordneten Unternehmensstrategie verbinden. Die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bietet Unternehmen Hilfe bei der Orientierung im Bewertungsmarkt an. Das Leistungsspektrum reicht von der Auswahl passender Ratings über die Vorbereitung erforderlicher Unterlagen bis zur Ableitung konkreter Maßnahmen aus den Ergebnissen.