Rheinmetall: Berlin stoppt 12,8-Milliarden-Auftrag – Aktie bricht ein

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June 25, 2026
26.06.2026
2 Minuten Lesezeit

Die Bundesregierung hat das F126-Fregatten-Programm eingestellt und damit Rheinmetalls größten Auftrag in der Unternehmensgeschichte zunichte gemacht. Die Aktie stürzte zeitweise um fast 20 Prozent ab, was bleibt sind rund zwei Milliarden Euro an Abschreibungen.

Ein Debakel mit langer Vorgeschichte

Das F126-Programm gilt seit Jahren als eines der größten Beschaffungsdebakel der Bundeswehr. Die 166 Meter langen und 10.000 Tonnen schweren Mehrzweckfregatten sollten ursprünglich ab 2020 von der niederländischen Damen-Werft gebaut werden. Verzögerungen, Softwareprobleme und Kommunikationsdefizite zwischen Werft und Beschaffungsamt ließen das Projekt jedoch aus dem Ruder laufen. Rheinmetall sollte als Rettungsanker einspringen und hatte dafür eigens die Werft Naval Yards Lürssen für 1,5 Milliarden Euro erworben. Der F126-Vertrag war bereits ausformuliert und sollte dem Haushaltsausschuss vor der Sommerpause zur finalen Genehmigung vorgelegt werden, doch Berlins Geduld war erschöpft.

Schockwellen durch die Branche

Der Abbruch des Projekts hat weitreichende Folgen für die gesamte europäische Rüstungsbranche. Zulieferer wie Hensoldt und Renk verloren spürbar an Boden, internationale Konzerne wie Saab, Leonardo und BAE Systems verbuchten ebenfalls deutliche Kursverluste. Investoren fragen sich nun, ob der europäische Rüstungsboom ins Stocken geraten könnte  oder ob es sich um einen isolierten politischen Entscheid handelt.

TKMS als lachender Dritter

Berlin plant stattdessen die Anschaffung von acht kleineren Fregatten des Typs Meko A-200 zu je rund einer Milliarde Euro. Der Auftrag dürfte an Rheinmetalls direkten Rivalen TKMS (ThyssenKrupp Marine Systems) gehen, ein bitterer Nachgeschmack für den Düsseldorfer Konzern, der mit dem F126-Deal in den Marineschiffbau expandieren wollte. Rund zwei Milliarden Euro an bereits investierten Mitteln müssen nun vollständig abgeschrieben werden.

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