Während die Fachkräftelücke in der Gesamtwirtschaft schrumpft, wächst sie in der Steuerberatung ungebremst weiter. Dabei bietet die Branche fast alles, was die Generation Z sucht.
Die Fachkräftelücke in der Steuerberatung stieg 2025 laut KOFA-Bericht des IW um 26,7 Prozent auf 2318 unbesetzbare Stellen, während sie gesamtwirtschaftlich sank. Mehr als 57 Prozent der Berufsangehörigen sind laut Bundessteuerberaterkammer älter als 50 Jahre, jünger als 40 ist nur ein Fünftel. Nur 17 Prozent der Kanzleien bilden aus, obwohl sich laut einer Haufe-Studie nur 18 Prozent der GenZ vorstellen können, in der Steuerberatung zu arbeiten. Geschäftsführer Heiko Geiger von awicontaxGroup nennt demografischen Wandel und ein über Jahre gewachsenes Imageproblem als Hauptgründe.
Die GenZ sei entgegen dem Vorurteil keineswegs faul, sondern arbeite laut IAB-Forscher Enzo Weber so fleißig wie lange nicht mehr, sie wähle nur bewusst Arbeitgeber mit Sinn, Flexibilität und digitalen Prozessen. Vorbilder wie die ATH Treuhand Achern, die durch konsequente Ausbildung wuchs, oder die Kanzlei Huber Greiwe Schmid mit ihrer Vier-Tage-Woche zeigen, dass Umdenken funktioniert. Auch auf Social Media, etwa über Fabian Walter alias Steuerfabi mit über einer Million Followern, lässt sich die Branche sichtbarer machen. Vier Aufgaben bleiben zentral: ausbilden, digitalisieren, flexible Modelle einführen und die Kommunikation nach außen erneuern.




