Studie zeigt: Anwälte zwischen KI-Euphorie und Skepsis

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March 11, 2026
12.03.2026
2 Minuten Lesezeit

Wolters Kluwer hat Juristen weltweit zu ihrem Umgang mit künstlicher Intelligenz befragt. Die Technologie spart Zeit, doch Sicherheitsbedenken trüben das Bild.

Fast alle machen mit

Der Siegeszug ist kaum noch aufzuhalten. Über 90 Prozent der Rechtsanwälte greifen mittlerweile auf KI-Werkzeuge zurück. Die Future Ready Lawyer-Erhebung von Wolters Kluwer dokumentiert diese Entwicklung in ihrer siebten Auflage. Der Informationsdienstleister befragte 810 Juristen aus Kanzleien und Rechtsabteilungen in elf Ländern, darunter Deutschland, die USA und China. Die Technologie zahlt sich aus. Sechs von zehn Teilnehmern berichten, dass sie wöchentlich zwischen sechs und 20 Prozent weniger Zeit für bestimmte Aufgaben benötigen. Standardisierte Abläufe wandern zunehmend an die Maschine. Dokumentenprüfung, Recherche und Vertragserstellung laufen schneller. Die gewonnenen Kapazitäten fließen in Tätigkeiten, die menschliches Urteilsvermögen erfordern.

Unbehagen wächst mit

Trotz der Vorteile bleibt ein mulmiges Gefühl. Viele Befragte sorgen sich um die Vertraulichkeit von Mandanteninformationen. Wer sensible Daten in externe Systeme einspeist, gibt ein Stück Kontrolle ab. Ethische Fragen beschäftigen die Branche ebenfalls. Wo endet die Unterstützung durch Algorithmen, wo beginnt die Abhängigkeit? Mehr als ein Drittel der Juristen betrachtet die Anfälligkeit für digitale Angriffe als ernsthaftes Hindernis. Sie fordern robuste Schutzkonzepte, bevor KI flächendeckend in der Mandatsarbeit Einzug hält. Die Verbindung von Anwaltssoftware mit externen Plattformen öffnet potenzielle Einfallstore. Kanzleien müssen abwägen, welche Effizienzgewinne das Risiko rechtfertigen.

Wandel als Dauerzustand

Die Erhebung zeichnet ein Bild permanenter Veränderung. Mandanten verlangen zunehmend technologiegestützte Beratung. Gleichzeitig verschieben sich regulatorische Rahmenbedingungen. Wer im Wettbewerb bestehen will, muss beweglich bleiben. Resilienz und Anpassungsvermögen werden nach Einschätzung der Befragten über den künftigen Erfolg entscheiden.