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March 12, 2026
12.03.2026
3 Minuten Lesezeit

CVCs Jahreszahlen zeigen, wie weit die Transformation vom klassischen Buyout-Haus zur Multi-Asset-Plattform bereits vorangeschritten ist. Private Equity bleibt bedeutend, stellt aber nicht mehr die Mehrheit der wiederkehrenden Einnahmen.

Kreditgeschäft, Secondaries und Infrastruktur überholen PE

In der jüngsten Earnings-Veröffentlichung hat CVC Capital Partners bekannt gegeben, dass die drei Segmente Credit, Secondaries und Infrastruktur zusammen mehr als 50 Prozent der gebührenzahlenden Assets under Management ausmachen. Allein die Erlöse dieser drei Kategorien wuchsen im vergangenen Jahr um zwölf Prozent. Das Kreditgeschäft bildet mit 44,6 Milliarden Euro nach wie vor den größten Einzelblock, während Secondaries und Infrastruktur jeweils zweistellige Wachstumsraten von über 20 Prozent verzeichneten. Das PE-Segment blieb mit gebührenzahlenden AuM von 71,6 Milliarden Euro stabil, was angesichts von elf Milliarden Euro PE-Exits im Berichtsjahr einem hohen Realisierungsniveau entspricht. Die gesamten Realisierungen stiegen 2025 um 67 Prozent gegenüber dem Vorjahr, getragen von PE-Exits mit einem Bruttomultiple von 3,2x und einer Brutto-IRR von 23 Prozent.

Akquisitionen als Wachstumsmotor

Ein wesentlicher Teil der Diversifikation wurde durch gezielte Zukäufe angetrieben. Im Jahr 2024 schloss CVC die Übernahme des niederländischen Infrastrukturmanagers DIF ab und stärkte damit seine Präsenz im Core- und Mid-Market-Infrastrukturbereich. Im Januar 2026 folgte die Vereinbarung zur Übernahme des US-Kreditspezialisten Marathon Asset Management, mit der CVC seinen Zugang zum amerikanischen Kreditmarkt deutlich ausbaute. Im Wealth-Segment vervierfachte sich das Volumen der privaten Vermögensvehikel innerhalb eines Jahres von 800 Millionen auf 3,6 Milliarden Euro.

200 Milliarden AuM bis 2028 und der Druck auf kleinere Manager

CVC strebt bis 2028 gebührenzahlende AuM von 200 Milliarden Euro an. Mit dem für 2027 geplanten PE-Flaggschiff-Fonds X dürfte sich die Gewichtung der Segmente erneut verschieben. Der übergeordnete Trend bleibt jedoch bestehen: Große Multi-Asset-Plattformen ziehen institutionelles Kapital verstärkt auf sich. "Wir sehen, dass Kunden immer mehr Kapital bei immer weniger Managern konzentrieren. Angesichts der aktuellen Marktvolatilität erwarten wir, dass sich dieser Trend beschleunigt", sagte CVC-CEO Rob Lucas. In Europa schlägt EQT mit der Übernahme von Coller Capital in eine ähnliche Kerbe, während Permira und Cinven ihre Kreditplattformen neben den PE-Flaggschiffen ausbauen.