Die Communications Heatmap 2025 dokumentiert alarmierende Werte: 85 Prozent der Entscheider melden akute Erschöpfung in ihren Belegschaften, 77 Prozent berichten von spürbarem Vertrauensverlust. Doch nur 43 Prozent konzentrieren ihre Kommunikation tatsächlich auf wenige Kernthemen.
Deutsche Unternehmen stehen nicht nur unter externem Druck, sondern kämpfen zunehmend mit wachsenden internen Belastungen. Das zeigt eine umfassende Befragung der Unternehmensberatung FTI Consulting und der Quadriga Hochschule Berlin, für die 600 Verantwortliche für Unternehmenskommunikation in Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden. Die Ergebnisse sind alarmierend: 85 Prozent der Entscheidungsträger berichten von akuter Veränderungsmüdigkeit in ihren Belegschaften, 81 Prozent registrieren zunehmende Zukunftsängste, und 77 Prozent melden einen spürbaren Vertrauensverlust. Ergänzende qualitative Interviews mit Top-Führungskräften verdeutlichen, dass sich viele Mitarbeitende von der Vielzahl der Veränderungen regelrecht überrollt fühlen und mitunter innerlich abschalten. Die quantitative Analyse bestätigt zudem, dass solche Belastungen in großen Organisationen überdurchschnittlich stark ausgeprägt sind. Susanne Arndt, Senior Managing Director im Bereich Strategic Communications bei FTI Consulting, warnt eindringlich vor den Folgen.
Die Studie zeigt, dass zwei Drittel (66 Prozent) der Befragten Führungskräfte und andere interne Meinungsbildner wie Betriebsräte oder langjährige Mitarbeitende als die wichtigsten Botschafter in Veränderungsprozessen identifizieren. Vor allem die direkten Vorgesetzten verfügen über einen erheblichen Vertrauensvorsprung, wenn es um interpersonale Kommunikation geht. 43 Prozent betonen zudem die zusätzliche Signalwirkung, die entstehen kann, wenn speziell der CEO selbst als Stabilisator positioniert wird. "Hier entscheidet sich, ob Wandel verstanden oder abgeblockt wird", erklärt Arndt. Doch viele Führungskräfte befinden sich in einem Dilemma: Sie sollen Botschaften weitergeben, die sie selbst nicht vollständig verstehen oder innerlich nicht mittragen können. Wenn diese kritische Brücke bricht, steht die gesamte Veränderung auf einem wackligen Fundament. Auch die Wertekommunikation entwickelt sich zunehmend zum Risikofaktor: Mehr als die Hälfte der Befragten (54 Prozent) berichten von Konflikten, wenn Haltungen eingefordert werden. 37 Prozent sehen darin sogar ein ernsthaftes Risiko für den Zusammenhalt.
Die Ergebnisse machen deutlich, dass viele Organisationen die Belastung ihrer Mitarbeitenden zwar erkennen, aber nicht ausreichend konsequent reagieren. 77 Prozent der Befragten wollen Entscheidungen transparenter machen, zwei Drittel (67 Prozent) planen eine Intensivierung der internen Kommunikation. Arndt mahnt jedoch: "Das sind wichtige und richtige Schritte, doch sie entfalten ihre Wirkung nur, wenn sie gezielt eingesetzt werden. Transparenz bedeutet nicht, jedes Detail auszuschütten. Wer Kommunikation mit Informationsflut verwechselt, riskiert, dass Mitarbeitende nur noch abschalten." Besonders kritisch: Nur 43 Prozent konzentrieren ihre Kommunikation tatsächlich auf wenige Kernthemen. Gleichzeitig betonen 77 Prozent die Notwendigkeit einer echten Dialog- und Feedbackkultur, um Veränderungsmüdigkeit und Ängsten wirksam zu begegnen. Organisationen müssen laut Arndt drei zentrale Elemente liefern: erstens eine radikale Reduktion der Themen, damit Orientierung entstehen kann, zweitens Ehrlichkeit über bestehende Unsicherheiten, und drittens Botschaften, die vor Ort verankert sind.




