Bei der Generalversammlung in Biel verteidigte Nayla Hayek die langfristige Strategie der Swatch Group gegen Forderungen nach mehr Renditefokus. Im Zentrum standen der Konflikt mit einem aktivistischen Investor, der Hayek Pool und die Frage, wie unabhängig der Schweizer Uhrenkonzern bleiben soll.
Nayla Hayek, Präsidentin des Verwaltungsrats der Swatch Group, verwies auf ein schwieriges Jahr 2025 und einen ebenfalls anspruchsvollen Start in 2026. Politische und geopolitische Unsicherheiten belasteten das Umfeld, dennoch halte der Konzern an seiner langfristigen Ausrichtung fest. Produktion, Swiss Made, Mitarbeitende und Kunden hätten für den Verwaltungsrat Vorrang vor Aktienkurs und Dividende. Besonders deutlich wurde Hayek beim Blick auf einen aktivistischen Investor, der in den Verwaltungsrat gewählt werden möchte. Aus Sicht der Swatch Group stehe hinter dem Vorstoß vor allem das Ziel, Aktienkurs und Ausschüttungen kurzfristig zu erhöhen. Der Verwaltungsrat unterstützt deshalb die Wahl von Herrn Rickenbacher und lehnt die Wahl von Herrn Wood ab. Hayek brachte die Haltung des Konzerns mit einem Satz ihres Vaters auf den Punkt: „Wir verkaufen Uhren, keine Aktien.“
Auch die vorgeschlagenen Statutenänderungen wies Hayek klar zurück. Sie sieht darin den Versuch, die Rolle des Hayek Pool zu schwächen. Für die Verwaltungsratspräsidentin ist dieser Pool ein Garant dafür, dass die Swatch Group und ein bedeutender Teil der Schweizer Uhrenindustrie in der Schweiz bleiben. Zugleich verwies Hayek auf die finanzielle Stärke des Konzerns. Swatch verfüge über eine Eigenkapitalquote von 87,1 Prozent, ohne aktivierten Goodwill sowie ohne die Aktivierung von Marken oder Patenten in der Bilanz. Der Konzern sei ein „Juwel“, das nicht kurzfristigen Profitinteressen geopfert werden dürfe. Entsprechend appellierte Hayek an langfristig orientierte Aktionäre, die vorgeschlagenen Statutenänderungen abzulehnen.




