Jahrelang überboten sich Wirtschaftskanzleien mit immer höheren Einstiegsgehältern. Skadden und Milbank führen das Feld mit 180.000 Euro an. Doch 2025 deuten sich erste Zeichen einer Abkühlung an.
Das durchschnittliche Jahresfixgehalt für Associates in deutschen Großkanzleien ist laut der azur-Associateumfrage von 101.600 Euro im Jahr 2016 auf 137.300 Euro im Jahr 2025 gestiegen, ein Zuwachs von rund 35 Prozent in zehn Jahren. An der Spitze zahlen die US-Kanzleien Skadden Arps Slater Meagher & Flom und Milbank aktuell 180.000 Euro zum Einstieg. Willkie Farr & Gallagher hatte die Einstiegsgehälter in Deutschland bereits Anfang 2022 auf 175.000 Euro angehoben. Inhouse-Juristen konnten in demselben Zeitraum lediglich von 85.400 auf 101.800 Euro zulegen, ein Plus von knapp 19 Prozent. Der Gehaltsabstand zwischen beiden Karrierewegen hat sich damit mehr als verdoppelt: von 16.200 Euro im Jahr 2016 auf 35.500 Euro im Jahr 2025.
Ein differenzierteres Bild ergibt sich bei der Gesamtvergütung. 2024 kam ein Kanzlei-Associate auf eine Gesamtvergütung inklusive Bonus von rund 156.000 Euro, ein Inhouse-Jurist auf 137.500 Euro einschließlich Nebenleistungen wie Dienstwagen und betrieblicher Altersvorsorge. Der Abstand beträgt damit nur noch rund 13 Prozent. Beim Bonus haben Unternehmensrechtsabteilungen die Kanzleien inzwischen überholt: 2024 zahlten sie im Schnitt 23.300 Euro, Kanzleien lediglich 22.400 Euro. Die Inhouse-Boni haben sich in zehn Jahren nahezu verdoppelt, von 12.800 auf 23.300 Euro. Gleichzeitig deuten die Zahlen für 2025 auf ein Plateau hin: Das Fixgehalt stieg in Kanzleien nur noch um 2,8 Prozent, nach Zuwächsen von über 10 Prozent zwischen 2021 und 2022. Der gedrehte Arbeitsmarkt entspannt die Personalsituation für die Kanzleien, die Einstellungszahlen gehen zurück. Wie sich Legal-Tech und KI langfristig auf die Gehaltsdynamik auswirken, bleibt offen.




