Der deutsch-französische Panzerhersteller KNDS lehnt eine Verschiebung seines geplanten Börsengangs ab. Obwohl Berlin um mehr Zeit bittet, um einen Staatseinstieg zu verhandeln, hält das Unternehmen am ursprünglichen Zeitplan fest.
KNDS setzt seine Vorbereitungen für einen möglichen Börsengang entlang des ursprünglichen Zeitplans fort, mit voller Unterstützung der Eigentümer und des Verwaltungsrats. Das erklärte Vorstandschef Jean-Paul Alary, nachdem mehrere Medien berichtet hatten, die Bundesregierung habe KNDS gebeten, den noch vor der Sommerpause geplanten Schritt auf den Herbst zu verschieben. Der Hintergrund: Dem Bund läuft bei den Verhandlungen über einen Einstieg die Zeit davon. Staatssekretäre aus Verteidigungs- und Wirtschaftsministerium haben den beiden KNDS-Eigentümerfamilien Bode und Braunbehrens bereits ihr Interesse signalisiert, einen Anteil von 30 bis 40 Prozent vor dem Börsengang zu erwerben.
Eine Beteiligung der Bundesregierung am Aktionärskreis würde der Konzern ausdrücklich begrüßen. Die Priorität liege jedoch auf der sorgsamen Vorbereitung des Börsengangs im besten Interesse des Unternehmens, seiner Eigentümer, Mitarbeitenden und Kunden. Bei einer Bewertung von bis zu 20 Milliarden Euro müsste der Bund für einen Anteil von 40 Prozent bis zu acht Milliarden Euro aufwenden. Zusätzliche Brisanz erhält der geplante Börsengang durch einen laufenden Korruptionsverdacht im Zusammenhang mit einem Panzergeschäft nach Katar.




