Verlage verklagen Meta wegen KI-Training mit Raubkopien

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May 6, 2026
08.05.2026
3 Minuten Lesezeit

Fünf große Verlagshäuser und ein Bestsellerautor werfen dem Facebook-Konzern vor, massenhaft urheberrechtlich geschützte Bücher für das Training seiner Sprachmodelle genutzt zu haben. Es geht um Millionen heruntergeladener Werke.

Zuckerberg persönlich im Visier

Der Streit um Trainingsmaterial für Sprachmodelle geht in die nächste Runde. Eine Gruppe von Verlagen hat gemeinsam mit dem Thriller-Schriftsteller Scott Turow Sammelklage gegen Meta eingereicht. Ungewöhnlich: Auch Mark Zuckerberg wird persönlich als Beklagter genannt. Der Vorwurf: Meta habe massenhaft urheberrechtlich geschützte Werke von Piratenplattformen heruntergeladen, um seine Llama-Modelle damit zu füttern. Unter den Klägern finden sich die Holtzbrinck-Tochter Macmillan und der Wissenschaftsverlag Elsevier. Sie sprechen von einem der gravierendsten Urheberrechtsverstöße überhaupt und behaupten, die Entscheidung zum Rechtsbruch sei kalkuliert gewesen.

Piratenportale als Fundgrube

Woher stammt das Material? Aus sogenannten Schattenbibliotheken, also illegalen Plattformen, die Bücher und Fachartikel kostenlos zum Download anbieten. In einem früheren Verfahren hatte Meta bereits eingestanden, Inhalte über das Filesharing-Protokoll BitTorrent von solchen Seiten bezogen zu haben. Die damalige Verteidigung: Man habe die Dateien wenigstens nicht weiterverteilt. Die Datenmenge ist gewaltig. Im Wettlauf um die leistungsfähigste KI haben Technologiekonzerne Textberge angehäuft. Die Verlage sehen darin nicht nur einen Rechtsverstoß, sondern auch die Geburt eines Konkurrenten, der mit gestohlenem Material gezüchtet wurde.

Maschinentexte verdrängen Autoren

Die Klageschrift zeichnet ein düsteres Bild der Folgen. Ein Nutzer habe berichtet, Metas Sprachmodell mit einer einzigen Anweisung dazu gebracht zu haben, ein Werk mit hundert Kapiteln auszuspucken. Ein anderer habe innerhalb weniger Monate drei Bücher veröffentlicht und dabei vergessen, die Eingabeaufforderung zu löschen, mit der er die Maschine angewiesen hatte, den Stil eines bestimmten Autors nachzuahmen. Die Kläger warnen: Plattformen wie Amazon würden bereits von algorithmisch erzeugten Texten überschwemmt, die menschliche Autoren an den Rand drängten.

Konzern will sich wehren

Meta kennt solche Vorwürfe. Im vergangenen Jahr gewann der Konzern ein ähnliches Verfahren gegen eine Gruppe von Schriftstellern, allerdings nur, weil die Gegenseite ihre Argumente nachlässig vorgetragen hatte. Der Richter betonte damals ausdrücklich, sein Urteil bedeute nicht, dass Metas Vorgehen rechtmäßig sei. Gegenüber der New York Times gab sich der Konzern kämpferisch. Man werde die neue Klage entschieden abwehren. KI bringe bahnbrechende Neuerungen, und Gerichte hätten festgestellt, dass Training dieser Art legal sein könne.

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