Vertragssperre mit Schlupflöchern: KPMG erhält neue Regierungsaufträge trotz Bann

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September 11, 2026
11.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Während Australiens Regierung KPMG offiziell von neuen Bundesaufträgen ausschließt, unterzeichnet sie zeitgleich zwei neue Verträge mit KPMG, woran sich scharfe Kritik der Grünen in Australien entzündet.

Zwei Deals mitten im Bann

Trotz der bis Ende Oktober laufenden Vergabesperre hat KPMG Australia einem Bericht der Australian Financial Review zufolge zwei neue Aufträge im Bundesbereich erhalten. Der größere stammt vom Verteidigungsministerium, wurde am 1. Juli geschlossen, läuft bis Mitte 2027 und dreht sich um die Verwaltung von Gesundheitsdaten für uniformiertes Personal. Sein Volumen beträgt 5,2 Millionen australische Dollar. Hinzu kommt ein über drei Jahre laufender Vertrag mit dem Ministerium für Veteranenangelegenheiten über 121.000 Dollar, der die Lizenzverlängerung für Berichtsmodelle betrifft.

Der Vorwurf der Grünen

Die Grünen-Senatorin Barbara Pocock wirft der Regierung vor, gezielt Schlupflöcher zu schaffen, um weiter mit KPMG Geschäfte machen zu können. Labor habe einen befristeten Stopp verhängt und reiche zugleich neue Aufträge nach, womit die Regierung eine in Verruf geratene Beratungsgesellschaft weiter stütze. Seit dem PwC-Steuerdatenskandal von 2023 habe es reichlich Gelegenheit gegeben, die Big Four ernsthaft zu reformieren, stattdessen gebe es nur einen symbolischen Stopp. Ihre Forderung ist ein vollständiger Ausschluss KPMGs von künftiger Regierungsarbeit.

Die Gegendarstellung der Behörden

Die Ministerien halten dem entgegen, dass beide Vergaben regelkonform seien. Nach Angaben der Australian Financial Review lief das Beschaffungsverfahren für den Verteidigungsauftrag bereits vor Verhängung der Sperre an. Das Veteranenministerium erklärte, es habe sich exakt an die Beschaffungsrichtlinien des Finanzministeriums gehalten. Bei den bezogenen Finanzberichtswerkzeugen handele es sich um seit Langem und breit im öffentlichen Dienst genutzte Instrumente, deren Beschaffung ausdrücklich von der Sperre ausgenommen sei. Tatsächlich klammert die Vereinbarung zwischen Finanzministerium und KPMG bestehende Verträge, die laufende Lizenzierung eigener Produkte sowie vor Mitte Juni eingereichte Angebote aus. Zusammen mit weiteren, überwiegend als Verlängerungen erlaubten Verträgen summieren sich die seit der Sperre geschlossenen Deals damit auf mehr als zehn Millionen Dollar.

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