Die Bundesregierung reagiert auf gestiegene Energiepreise mit einem steuerfreien Arbeitgeberbonus von bis zu 1.000 Euro und einem temporären Tankrabatt. Für Solo-Selbstständige bleibt das Paket weitgehend wirkungslos.
Der Koalitionsausschuss hat am 13. April 2026 ein Entlastungspaket beschlossen, das auf die gestiegenen Öl- und Kraftstoffpreise infolge des Iran-Nahost-Konflikts und der Sperrung der Straße von Hormus reagiert. Kernelemente sind eine steuer- und abgabenfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro, die Arbeitgeber ihren Beschäftigten im Jahr 2026 auszahlen können, sowie eine temporäre Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel um rund 17 Cent je Liter brutto für zwei Monate.
Einen Rechtsanspruch auf die Prämie gibt es nicht, ihre Auszahlung liegt im Ermessen der Arbeitgeber. Für Unternehmen ist der Bonus ein flexibles Personalinstrument: Die Sonderzahlung ist kalkulierbarer als eine dauerhafte Gehaltserhöhung und entfaltet in einem angespannten Fachkräftemarkt eine sichtbare Bindungswirkung. Laut Destatis hatten bis Ende 2024 mehr als acht von zehn Tarifbeschäftigten eine vergleichbare Inflationsausgleichsprämie erhalten.
Die Konstruktion des Pakets folgt der klassischen Lohnlogik: Arbeitnehmer können hoffen, dass ihr Arbeitgeber zahlt. Unternehmen mit Belegschaft erhalten ein Instrument zur Mitarbeiterbindung. Solo-Selbstständige hingegen profitieren ausschließlich vom Tankrabatt. Den steuerfreien Bonus können sie sich nicht selbst auszahlen, unternehmerisches Risiko hin oder her.




