Die meisten Chefs halten ihre Firmen für technisch gerüstet. Doch kaum jemand verdient mit künstlicher Intelligenz bereits Geld.
Deutsche Unternehmenslenker geben sich selbstbewusst. Drei Viertel von ihnen attestieren der eigenen Firma eine solide technische Basis für den Einsatz künstlicher Intelligenz. Auch die Kultur im Haus sei offen für Neues, heißt es. Doch die Realität sieht anders aus: Gerade einmal elf Prozent haben mit KI in den vergangenen Monaten tatsächlich zusätzliche Einnahmen erzielt. Global liegt dieser Wert bei 29 Prozent. Das geht aus dem aktuellen CEO Survey von PwC hervor, für den knapp 4.500 Vorstandschefs weltweit befragt wurden.
Ein Grund für die Diskrepanz liegt im eigenen Haus. Sieben von zehn deutschen CEOs nennen interne Abläufe als größte Bremse für die operative Leistung. Im weltweiten Vergleich sagt das nur gut ein Viertel. Schwerfällige Prozesse und Technik, die nicht liefert, kosten Zeit und Nerven. Till Lohmann, bei PwC für Personalthemen zuständig, fordert Konsequenzen: „Wenn sich Rollen – auch durch Technologie – verändern, müssen Unternehmen Karrierewege neugestalten. Wichtig ist zudem, mit Klarheit zu führen, um Unsicherheit in Zuversicht zu verwandeln."
Beim Thema Wandel fehlt vielen das Vertrauen. Nur ein Drittel der deutschen Chefs glaubt, dass das eigene Führungsteam Umbrüche in Chancen verwandeln kann. Gleichzeitig mangelt es an Fachleuten. Partnerin Katharina Holzapfel mahnt: „Auch CEOs in Deutschland müssen Investitionen in die künftig erforderlichen Fähigkeiten noch stärker als bisher als Wachstumshebel sehen statt als Kostenfaktor."




