24 Venture-Capital- und Wachstumsinvestoren gründen das German Venture and Growth Forum und legen ein Playbook vor, das zeigt, wie jährlich 15 Milliarden Euro bestehendes privates Kapital für Venture- und Growth-Investitionen mobilisiert werden könnten.
Während in den USA jährlich rund 0,8 Prozent des BIP in Venture- und Growth-Kapital investiert werden, liegt die Quote in Deutschland bei weniger als 0,2 Prozent, was nach Berechnungen des Forums einem jährlichen Delta von rund 30 Milliarden Euro entspricht. Deutsche institutionelle Investoren verwalten ein Vermögen von rund 2,8 Billionen Euro; bereits geringe Allokationen im niedrigen Prozentbereich könnten erhebliche zusätzliche Mittel für innovative Wachstumsunternehmen bereitstellen. Der Startschuss fiel am Rande der SuperReturn-Konferenz in Berlin, zu der Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, Martin Blessing als Persönlicher Beauftragter des Bundeskanzlers für Investitionen und KfW-Chef Stefan Wintels geladen waren. Alexander Kudlich betonte, Deutschland verfüge über die Mittel, Zukunftsindustrien in KI, Fusionsenergie, Robotik, Quantentechnologie sowie im Verteidigungs- und Space-Sektor zu finanzieren.
Das "German Venture & Growth Playbook" richtet sich an Pensionskassen, Versicherungen, Versorgungswerke und Stiftungen und beschreibt drei Zugangswege: Einzelfonds, Dachfonds und Co-Investments. Das Forum verweist auf historische annualisierte Netto-Renditen europäischer Venture- und Wachstumsfonds von rund 14 bis 18 Prozent sowie auf Diversifikationseffekte durch die vergleichsweise geringe Korrelation zu Aktien- und Anleihemärkten. Christian Miele, General Partner bei Headline, hob hervor, dass Venture Capital kein Nischeninstrument für Risikospezialisten sei, sondern ein bewährtes Werkzeug für bessere Renditen und stabilere Portfolios; die politischen Rahmenbedingungen und die Daten sprechen nun für eine Neubewertung der Anlageklasse.




