Die Anwaltskanzlei Lawfront verklagt fünf ehemalige Partner der übernommenen Kanzlei Slater Heelis auf 2,4 Millionen Pfund. Der Streit gilt als Belastungsprobe für das Vertrauen in Private-Equity-Investitionen im britischen Rechtsmarkt.
Die britische Kanzleigruppe Lawfront verklagt fünf ehemalige Partner der 2024 übernommenen Kanzlei Slater Heelis auf 2,4 Millionen Pfund. Der Vorwurf: Die Gewinne aus der Court-of-Protection-Praxis von Slater Heelis seien deutlich überhöht dargestellt worden, wodurch die Kanzlei zu hoch bewertet wurde. Betroffen sind der frühere Managing Partner Chris Bishop sowie die Partner Simon Wallwork, Chris Partington, Mark Heptinstall und Will Henson. Mark Fairclough von Eleven Law, der die fünf Beklagten vertritt, sagt: „Die Beklagten weisen die gegen sie erhobenen Vorwürfe entschieden zurück und werden sich robust dagegen verteidigen.“ Wallwork und Henson sind weiterhin bei Slater Heelis gelistet, Heptinstall und Partington haben die Kanzlei inzwischen verlassen.
Lawfront gehört dem auf den Cayman Islands ansässigen Private-Equity-Investor Blixt Fund und hat seit 2021 mehrere mittelgroße Kanzleien übernommen. Im vergangenen Geschäftsjahr gab die Gruppe laut Jahresabschluss 70 Millionen Pfund für Zukäufe aus. Im Mai 2024 hatte Lawfront 100 Prozent der Anteile an Slater Heelis für insgesamt 18,5 Millionen Pfund erworben, davon 12,2 Millionen Pfund in bar. Rechtsmarkt-Berater Adil Taha bezeichnet den Rechtsstreit als „beschädigende Kugel“ für Private Equity im Rechtsmarkt: „Das ist ein Eigentor, das langfristig sehr teuer werden könnte, man muss die Qualität von Vertrauen und Beziehungen in dieser Gruppe jetzt infrage stellen.“




