Nach zwölf Jahren gehört die Coffee-Shop-Kette Coffee Fellows wieder vollständig der Gründerfamilie um CEO Stefan Tewes. Ein kompletter Verkauf war zwischenzeitlich im Gespräch, scheiterte aber an der Zinsexplosion nach Kriegsausbruch in der Ukraine.
Die Coffee-Shop-Kette Coffee Fellows gehört nach zwölf Jahren wieder vollständig der Gründerfamilie um CEO und Ruder-Olympiasieger Stefan Tewes, die süddeutsche Beteiligungsgesellschaft BWK ist kürzlich ausgestiegen. Finanziert wurde der Ausstieg über einen Vendor Loan, den BWK dem Unternehmen gewährt und der über die nächsten fünf bis sechs Jahre aus dem laufenden Cashflow zurückgeführt wird, erzählt Tewes im Podcast Beyond Billions. Ein Komplettverkauf war 2022 und 2023 nach der Coronakrise durchaus im Gespräch, wurde aber verworfen, weil nach Kriegsausbruch in der Ukraine die Leitzinsen stiegen und Private Equity handlungsunfähig war. Heute sieht Tewes den Cashflow wieder so gut aufgestellt, dass Coffee Fellows sowohl den Vendor Loan zurückführen als auch Wachstumschancen nutzen kann: „Die besten Deals macht man in Branchenkrisen.“
Ende vergangenen Jahres übernahm Coffee Fellows 15 Hotels des Autobahn-Raststellenbetreibers Tank und Rast, der seit 2015 einem Investorenkonsortium um Allianz Capital Partners, Meag und Omers gehört. Das Unternehmen besteht heute aus zwei Geschäftsbereichen unter einer Familienholding, rund 300 Coffee-Shops sowie 34 Hotels. Das Hotelgeschäft ist laut Tewes etwa dreimal profitabler als die Coffee-Shops. Nicht jeder Deal war erfolgreich, 2024 musste Coffee Fellows mehrere Millionen auf Beteiligungen wie die Kaffeebar-Kette Campus Suite abschreiben, was das Ergebnis in die roten Zahlen drückte. Die Systemgastronomie steckt 2026 in einer schwierigeren Lage als noch vor acht bis zehn Jahren. Ketten wie Maredo, Vapiano und Sausalitos sind bereits insolvent, Tewes sieht darin aber auch eine Chance: „Wenn ich Investor wäre, würde ich lieber jetzt einsteigen als 2018, weil damals alles viel zu teuer war.“




