Gilead übernimmt das Münchner Biotechunternehmen Tubulis und setzt seine milliardenschwere Akquisitionsserie fort: Drei Deals in wenigen Wochen, über 15 Milliarden US-Dollar investiert.
Gilead zahlt zunächst 3,15 Milliarden US-Dollar in bar für Tubulis. Weitere 1,85 Milliarden US-Dollar sind an das Erreichen definierter Entwicklungsmeilensteine geknüpft. Der Abschluss der Transaktion wird für das zweite Quartal 2026 erwartet. Im Zentrum des Deals steht Tubulis' Plattformtechnologie für Antikörper-Wirkstoff-Konjugate (ADC). Diese sogenannten "zielsuchenden Raketen" transportieren Chemotherapeutika gezielt zu Krebszellen und schonen dabei gesundes Gewebe. Evotec, mit 3,14 Prozent an Tubulis beteiligt, erwartet Voraberlöse von rund 100 Millionen US-Dollar sowie zusätzliche Meilensteinzahlungen von bis zu 58 Millionen US-Dollar. Evotec-CEO Christian Wojczewski kommentiert den Deal wie folgt: "Aus unserer eigenen Arbeit in der Erforschung und Entwicklung von Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten wissen wir um das große Potenzial dieser Technologie für die Entwicklung von möglicherweise überlegenen Krebstherapien."
Für Gilead ist Tubulis die jüngste in einer raschen Folge strategischer Übernahmen: Im Februar erwarb der Konzern Arcellx für bis zu 7,8 Milliarden US-Dollar, im März folgte Ouro Medicines für über zwei Milliarden US-Dollar. Der gemeinsame Nenner dieser Akquisitionswelle ist die strategische Notwendigkeit, sinkende Veklury-Umsätze und bevorstehende Patentabläufe im Kernportfolio durch innovative Onkologieplattformen zu kompensieren. ADC-Technologien gelten dabei als einer der vielversprechendsten Ansätze der nächsten Therapiegeneration.




