Ein Konsortium aus Hochschulen und Unternehmen arbeitet an einem System für Verrechnungspreise. Der Bund steckt 1,2 Millionen Euro in das Projekt.
Konzerne, die über Grenzen hinweg wirtschaften, müssen ihre internen Preise rechtfertigen. Verkauft eine Mutter an die Tochter, schaut das Finanzamt genau hin. Die Preise müssen so aussehen, als hätten fremde Parteien verhandelt. Dafür braucht es einen Abgleich von Gesetzen, Richtlinien und Abkommen aus verschiedenen Ländern. Aktuelle KI-Systeme können bei solchen Aufgaben helfen, haben aber einen Makel: Sie spucken Ergebnisse aus, ohne den Weg dorthin offenzulegen. Für Steuerrecht, das auf Nachvollziehbarkeit pocht, ist das ein Hindernis.
Ein Verbund aus Hochschulen und Firmen will das ändern. Die FH Oberösterreich, die Johannes Kepler Universität, die Wirtschaftsuniversität Wien und die RISC Software GmbH haben sich mit voestalpine, Greiner und MIC Datenverarbeitung zusammengetan. PwC Österreich berät bei Steuertechnologie. Das Projekt namens TaxoLogic verbindet zwei Ansätze: Sprachmodelle, die Texte verstehen, und logikbasierte Verfahren, die Schlüsse nachprüfbar machen. Projektleiterin Marina Luketina beschreibt das Ziel: „So verbinden wir die Präzision regelbasierter Modelle mit dem Potential von LLMs, um komplexe Themen wie Verrechnungspreise transparenter, effizienter und nachvollziehbarer zu gestalten."
Die beteiligten Konzerne liefern Daten aus ihrem Alltag: internationale Lieferketten, grenzüberschreitender Handel, Konzernsteuer. RISC-Chef Wolfgang Freiseisen sieht das Vorhaben als Startpunkt für breitere Anwendungen. Die Forschungsförderungsgesellschaft des Bundes finanziert das Projekt mit 1,2 Millionen Euro.




