Wer 2027 mit mehr Gehalt rechnet, sollte vor allem auf die eigene Leistungsbewertung schauen. Eine neue WTW-Erhebung zeigt: Pauschale Erhöhungen für alle sind in Deutschland längst die Ausnahme.
Für 2027 planen deutsche Unternehmen laut der Salary Budget Planning Survey von WTW ein Gehaltsbudget von median 3,2 Prozent, nach 3,1 Prozent im Vorjahr, die Zuwächse sinken damit bereits seit 2023 kontinuierlich. Von den 880 befragten Unternehmen passen 63 Prozent die Erhöhung individuell an die Leistung an: Wer 2026 am besten bewertet wurde, bekam im Schnitt 5,2 Prozent mehr, bei durchschnittlicher Bewertung waren es 2,7 Prozent, bei unterdurchschnittlicher nur 1,3 Prozent. "Die pauschale Gehaltsrunde, bei der alle denselben Prozentsatz erhalten, ist außerhalb des tariflichen Geltungsbereichs in Deutschland weitgehend Geschichte", sagt Nicole Fischer, Managing Director Work & Rewards bei WTW.
Zwischen den Branchen unterscheiden sich die Zuwächse deutlich: Pharma und Life Sciences kamen 2026 auf 3,2 Prozent und sollen 2027 auf 3,4 Prozent steigen, die Chemie verharrt bei rund 3,0 Prozent. Als Gründe nennt WTW auf der einen Seite Fachkräftemangel und globalen Wettbewerb, auf der anderen sinkende Nachfrage und Margendruck. Gemessen an der Inflation von 2,9 Prozent bleibt real kaum mehr als 0,2 Prozent übrig, damit liegt Deutschland international zurück: Südkorea zahlte im Schnitt 4,0 Prozent, Großbritannien und die USA je 3,5 Prozent.




