Heidrick & Struggles hat den Wechsel in die Privatwirtschaft abgeschlossen. Nach einer milliardenschweren Übernahme ist die Personalberatung nicht mehr an der Nasdaq notiert und arbeitet künftig ohne den Druck des öffentlichen Quartalsrhythmus.
Die Transaktion wurde am 10. Dezember 2025 abgeschlossen und bewertete das Unternehmen nach Angaben des Berichts mit rund 1,3 Milliarden US-Dollar. Aktionäre erhielten demnach eine Barabfindung von 59 US-Dollar je Aktie. Das Käuferkonsortium wird von den Beteiligungsgesellschaften Advent International und Corvex angeführt. Damit endet eine Börsenzeit, die seit 1999 bestand. Für den Markt ist der Schritt ein Signal, dass Rückzüge von der Börse auch in reifen Dienstleistungssegmenten wieder als realistische Option gesehen werden. Private-Equity-Investoren setzen dabei typischerweise auf die Kombination aus stabilen Kundenbeziehungen, operativen Hebeln und einer Neujustierung der Wachstumsagenda.
Das Management um Vorstandschef Tom Monahan und Präsident Tom Murray soll im Amt bleiben, der Sitz verbleibt in Chicago. Die neue Eigentümerstruktur soll mehr Flexibilität in der strategischen Steuerung ermöglichen, etwa bei Investitionen in Beratung, Plattformfunktionen oder neue Produktlinien im Talentgeschäft. Ein Fokus liegt zudem darauf, die Beteiligung am Eigenkapital für interne Partner auszuweiten. Solche Programme können Bindung und Leistungsanreize stärken und passen zu einem Private-Equity-Ansatz, der Wertschöpfung stark über die Organisation und die Produktivität der Teams definiert. Gleichzeitig erlaubt ein privater Rahmen, Maßnahmen über mehrere Jahre zu strecken, ohne permanent kurzfristige Quartalserwartungen bedienen zu müssen.
Vor dem Delisting hatte Heidrick & Struggles robuste Zahlen gemeldet. Im letzten Quartalsbericht als börsennotiertes Unternehmen (drittes Quartal 2025) stieg der Nettoumsatz um 15,9 Prozent auf 322,8 Millionen US-Dollar. Wachstumstreiber waren die klassische Executive-Search-Sparte sowie das Segment für kurzfristig verfügbares Fach- und Führungspersonal. Diese Kombination aus planbaren Erlösen und flexiblen Talentlösungen liefert eine Grundlage, um Beratungsangebote auszubauen und die Plattform weiter zu skalieren. Für neue Eigentümer ist eine solche Ausgangslage attraktiv, weil sie Transformationsprojekte aus einer Position operativer Stärke starten können.




