Ein Wechsel in der Laufbahn gelingt selten allein über Weiterbildung. Sichtbarkeit, Verantwortung und die richtigen Gesprächspartner sind oft entscheidend. Ein Studierender der Pariser Hochschule HEC nutzte dafür ein großes Gesprächsforum in Berlin und machte aus einem Bildungsweg einen greifbaren Übergang in die Unternehmenspraxis.
Yanis Bourgeois war zuvor in Genf bei der Welthandelsorganisation tätig und beschäftigte sich mit wirtschaftspolitischen Fragen. 2024 kehrte er nach Frankreich zurück und entschied sich für ein betriebswirtschaftliches Aufbaustudium an der HEC. Sein Ziel: die eigene Erfahrung aus internationalen Verhandlungen stärker mit unternehmerischen Entscheidungen zu verbinden und sich fachlich so aufzustellen, dass der Schritt in den privaten Sektor plausibel wird.
Im Herbst wurde Bourgeois ausgewählt, bei einer großen Berliner Dialogveranstaltung eine Runde junger Teilnehmender zu gestalten und zu moderieren. In mehreren Vorbereitungssitzungen wurden Themen, Ablauf und Fragen erarbeitet. Im Mittelpunkt standen Themen, die Politik und Wirtschaft gleichermaßen prägen: geopolitische Verschiebungen, Klimawandel, technologische Umbrüche und Ungleichheit. Für Bourgeois war die Rolle mehr als ein Auftritt: Moderation bedeutet, Interessen zu ordnen, Spannungen auszuhalten und ein Gespräch so zu führen, dass es Substanz behält.
Damit Teilnehmende offen sprechen konnten, galten strenge Regeln: keine Aufzeichnungen und keine Zuordnung von Aussagen ohne Zustimmung. Aus dem Austausch entstand zusätzlich eine gemeinsame Erklärung der jungen Teilnehmenden, die langfristige Verantwortung in Entscheidungen einfordert. Für Bourgeois wurde die Kombination aus Vorbereitung, Moderation und greifbarem Ergebnis zum Beleg seiner Neuausrichtung. Nach einem Praktikum im Pharmabereich erhielt er eine feste Tätigkeit im Finanzbereich in Paris - ein Beispiel dafür, wie sich ein Laufbahnwechsel beschleunigt, wenn Lernen, Sichtbarkeit und konkrete Verantwortung zusammenkommen.




