Nur wenige Tage nach dem Start steht das Spitzenmodell außerhalb der USA nicht mehr zur Verfügung. Ausgerechnet Amazon soll bei der Regierung in Washington den Anstoß für das Verbot gegeben haben.
Eine Woche lang konnten Nutzer weltweit auf Claude Fable zugreifen, nun ist Schluss. Anthropic hat sein neues Modell für alle Nicht-Amerikaner deaktiviert. Hinter der Maßnahme steht eine Anordnung aus Washington: Entweder werden bestimmte Sicherheitsprobleme binnen 24 Stunden behoben oder der Zugang wird beschränkt. Das Unternehmen wählte den zweiten Weg. Auch ausländische Beschäftigte des Hauses dürfen vorerst nicht mehr mit dem Modell arbeiten.
Wie mehrere Medien berichten, geht der Vorgang auf eine Prüfung bei Amazon zurück. Konzernchef Andy Jassy soll seine eigene Cybersicherheitsabteilung beauftragt haben, Fable auf Schwachstellen abzuklopfen. Die Tester sollen funktionierende Angriffsmuster für Lücken in vier verbreiteten Programmen gefunden haben. Jassy informierte daraufhin Regierungsvertreter, darunter Finanzminister Scott Bessent. Pikant: Amazon ist sowohl bei Anthropic als auch bei OpenAI investiert. Bei dem einen mit bis zu 50 Milliarden Dollar, beim anderen mit 25 Milliarden über mehrere Jahre.
Anthropic selbst hat bestritten, dass die ausgeführten Aufgaben einem vollwertigen Jailbreak entsprächen. Konkurrenzmodelle könnten Ähnliches leisten. Tech-Investor David Sacks, der im Beraterstab des US-Präsidenten sitzt, schildert auf der Plattform X, Konzernchef Dario Amodei habe sich geweigert, die beanstandeten Lücken zu schließen. Die Regierung habe daher nur widerwillig zum Verbot gegriffen.
Bereits zuvor war das Verhältnis angespannt. Anthropic hatte sich geweigert, seine Technologie für autonome Waffensysteme bereitzustellen, und wurde daraufhin als Sicherheitsrisiko eingestuft. Gegen diese Bewertung wehrt sich das Unternehmen vor Gericht.




