Wer in diesem Jahr bei Speicherherstellern investiert hat, sitzt paradoxerweise auch nach einem der brutalsten Handelstage der letzten Monate noch auf einem stattlichen Gewinn. Genau darin liegt das eigentliche Signal.
SK Hynix hat allein binnen vier Wochen fast die Hälfte seines Börsenwerts eingebüßt und liegt seit Jahresbeginn trotzdem noch 138 Prozent im Plus. Sandisk verlor 41 Prozent auf Monatssicht und weist gleichzeitig ein Jahresplus von 155 Prozent aus. Samsung, weltweit größter Anbieter im Segment, notiert nach einem Minus von 38 Prozent im Monatsverlauf immer noch bei plus 83 Prozent seit Januar. Etwas weniger stark erwischt hat es den US-Wettbewerber Micron mit 21 Prozent minus im Monat. Der Handelstag am Dienstag brachte diesen Werten je zwischen sieben und fünfzehn Prozent zusätzlichen Wertverlust ein.
Parallel wechselt an der Spitze der Weltbörse die Krone: Nvidia rutschte bereits am Vortag ab und wird nun mit rund 4,7 Billionen US-Dollar bewertet, während Apple mit knapp fünf Billionen wieder vorn liegt. Das Bild zeigt, dass die Marktphantasie rund um KI-Infrastruktur ihren Höhepunkt womöglich hinter sich hat, ohne dass sie deshalb kollabieren müsste.
Denn strukturell ist das Segment abgesichert. Zwischen den Chipdesignern und den Speicheranbietern laufen langfristige Abnahmeverträge mit erheblichen Vertragsstrafen. Wer bestellte Mengen später nicht abnimmt, zahlt Milliardenbeträge. Für Speicherhersteller bedeutet das einen operativen Airbag, auch wenn die Aktienmärkte die Wachstumserwartung gerade neu vermessen.




